Titel: Selbstthätiger pneumatisch-elektrischer Contact für Eisenbahngleise; von Alex. Bernstein in Chemnitz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 253–254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi03_09

Selbstthätiger pneumatisch-elektrischer Contact für Eisenbahngleise; von Alex. Bernstein in Chemnitz.

Mittels des von Bernstein am 5. November 1873 in Bayern patentirten Contactes soll der Zug 8 bis 10 Minuten vor dem Eintreffen in einer Station selbstthätig einen elektrischen Strom schließen und durch diesen einen Wecker im Inspectionsgebäude in Thätigkeit setzten. In der richtigen Entfernung von der Station liegt an jeder der beiden Außenseiten des Einfahrtsgleises entlang den Schienen eine Nebenschiene; beide Nebenschienen sind mit dem einen Ende an einem unter den Schienen weggehenden Querstabe befestigt, stehen mit ihrem höchsten Punkte etwa 1mm,2 über dem Schienenkopfe und liegen mit ihrem anderen Ende auf einem Winkeleisen, welches von beiden Seiten her unter den Schienen frei hindurchgeht, innerhalb derselben aufwärts gebogen ist und gegen seitliche Verschiebungen durch zwei kleine, sich an die Schienen anlegende und so als Führungsstücke dienende Winkeleisenstückchen geschützt ist. Unterhalb jenes Winkeleisens befindet sich in einem eingemauerten gußeisernen Kasten eine doppelt gewölbte Blattfeder in dieser Lage: ; die obere Feder trägt einen Bolzen, welcher, um Wasser und Schmutz vom Kasteninneren fern zu halten, durch eine Stopfbüchse des Kastens hindurchgeht und sich mit seinem kugelförmigen Kopfe in eine kugelförmige Aushöhlung des Winkeleisens legt. Beim Druck auf blos eine Nebenschiene, z.B. also wenn der Wärter zufällig auf dieselbe tritt, dreht sich demnach das Winkeleisen um den Kopf des Bolzens; wenn dagegen ein Räderpaar mittels der Radbandagen auf beide federnde Nebenschienen zugleich drückt, so schiebt der Bolzen die obere Feder nieder, und dabei drückt eine an der Unterseite der oberen Feder angeschraubte Platte auf eine Kautschukblase, welche an der auf dem Kasten aufliegenden unteren Feder angebracht ist. Der hierdurch aus der Kautschukblase herausgepreßte Luftstrom tritt durch ein Bleirohr in eine zweite Kautschukblase ein, schwellt diese auf und schließt dabei* durch einen gegen eine Contactfeder vorgeschobenen Stift den elektrischen Stromkreis. Im Inspectionsgebäude durchläuft der elektrische Strom ein Läutewerk, zugleich aber auch noch ein Relais, dessen Ankerhebel bei angezogenem Anker den einen Arm eines kleinen Doppelhebels niederdrückt, so daß eine an ihm befindliche Platinspitze zwischen zwei unter ihr liegende federnde Metallstreifen hineintritt und sofort von diesen festgehalten wird. Wenn nun auch jener erste Strom aufhört, sobald das Räderpaar die Nebenschienen wieder verlassen hat, so ist doch durch denselben mittels der Platinspitze dauernd ein zweiter elektrischer Strom geschlossen, welcher ein zweites Läutewerk so lange läuten läßt, bis durch einen Druck mit dem Finger auf den zweiten Arm des Doppelhebels die Spitze wieder aus den Metallstreifen herausgezogen wird. Hört also der Betriebsinspector, |254| etwa weil er augenblicklich nicht da ist, das erste Signal nicht, so wird er doch das zweite vernehmen, weil nur er selbst dasselbe aufhören lassen kann. (Nach dem bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1875 S. 146.)

E–e.

|253|

Was einfacher durch die Platte selbst besorgt werden könnte, wenn sie sich, anstatt auf die Kautschukblase, auf eine Contactfeder auflegte.

D. Ref.

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