Titel: Schmierung der Spurkränze von Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 337)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi04_01

Schmierung der Spurkränze von Locomotiven.

Zu diesem Zwecke hat der Ingenieur Fischer v. Rösterstamm (Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins, 1875 S. 194) eine eigene Vorrichtung construirt, welche zunächst bei der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn eingeführt wurde und, nachdem sie sich dort aufs beste bewährt hat, auch bei verschiedenen anderen Bahnen (u.a. der bayerischen Staatsbahn) angewendet wird. Es stellte sich nämlich durch zahlreiche Versuche positiv heraus, daß durch die Anwendung der Spurkranzschmierung speciell an dem ersten Räderpaar, welches die Führung der Locomotive in den Curven übernimmt, ein leichteres Befahren der Curven ermöglicht wird, und in Folge dessen eine doppelte Benützungsdauer der Räder, bevor sie abgedreht werden müssen, erzielt werden kann. Selbstverständlich erleidet, da nur die Spurkränze gefettet werden, die Adhäsion der Räder auf den Schienen keine Beeinträchtigung.

Der Apparat selbst, welcher auch auf der Wiener Weltausstellung 1873 an dem von G. Sigl ausgestellten Sechskuppler Hall angebracht war, besteht aus zwei schwachen Blechträgern, welche durch eine Stellschraube an den Federbund befestigt werden und über das Rad hinausreichen. Zwischen denselben ist in beliebiger Neigung eine Blechführung festzuklemmen, in welche die sogen. Schmierpatrone eingelegt wird; diese wird dann durch ihr eigenes Gewicht gegen die schiefe Fläche des Spurkranzes angedrückt und bewirkt die gewünschte Fettung desselben.

Die Hauptschwierigkeit bei der Einführung dieses Systemes bestand in der Beschaffung eines Schmiermittels, welches hinreichende Consistenz besaß, um nicht zu rasch abgenützt zu werden, – ein Resultat, das besonders in den Sommermonaten erst nach vielfachen Versuchen erreicht wurde. Jetzt werden die Schmierpatronen (von 130mm Länge, 60mm Breite und 15mm Dicke), welche wesentlich aus Hammeltalg bestehen, unter dem Namen „Hartfette“ in drei verschiedenen Härtenummern erzeugt, für Wintertemperatur, mittlere und hohe Sommertemperatur, und entsprechen allen Anforderungen vollständig.

M.

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