Titel: De Haën'sches Verfahren zur Reinigung von Kesselwasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 338–339)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi04_04

De Haën'sches Verfahren zur Reinigung von Kesselwasser.

Das sogen. de Haën'sche Verfahren der Wasserreinigung mittels Chlorbarium und Kalkmilch findet nun auch in Oesterreich schon in weiteren Kreisen Anwendung. Bisher stand der allgemeineren Einführung der hohe Preis des Chlorbariums im Wege, welches fabriksmäßig in Oesterreich nicht erzeugt und beim Bezuge aus List bei Hannover durch Zoll und Fracht sehr vertheuert wurde. Da aber jetzt eine der bedeutendsten österreichischen chemischen Fabriken Chlorbarium zu billigen Preisen liefert, bricht sich diese empfehlenswerthe Reinigung des Speisewassers, bevor dasselbe in den Kessel kommt, endlich mehr und mehr Bahn. –

Nach Mittheilungen, welche jüngst im Mannheimer Bezirksverein deutscher Ingenieure gemacht wurden, sollen die Reinigungskosten für 33cbm betragen, bei einem Gypsgehalt in 100000 Th.

von 5 Th. etwa 50 Pf.
30 3 M.

Auch wurden im genannten Vereine Erfahrungen über die Kosten des de Haën'schen Verfahrens in einer großen Fabrik mitgetheilt. Vor Anwendung Weser Kesselspeisewasserreinigung betrugen daselbst die Auslagen für:

Zweimaliges Reinigen der Kessel im Accord während
der Campagne im Minimum

552 fl.
Zweimaliges Reinigen im Taglohn (Ausklopfen u.s.w.)
während der Campagne mindestens

837 fl.
Anheizen der Kessel nach dem Reinigen, 1628 Ctr. Kohle 1139 fl.
––––––
Summe 2528 fl.
|339|

Nach Einführung des Reinigungsverfahrens kostete:

Das Reinigen der Kessel 96 fl.
500 Ctr. Chlorbarium während 12 Monate 2500 fl.
Arbeitslohn für das Verfahren, Kalk u.s.w. 432 fl.
––––––
Summe 3028 fl.
Demnach durch das Verfahren veranlaßte Mehrauslagen 500 fl.

Es ist nun zwar in genannter Fabrik nicht möglich gewesen, das Kohlenersparniß in Folge des reinen Speisewassers direct zu constatiren, aber zweifellos dürfte es sein, daß dasselbe (bei einem täglichen Bedarf von mindestens 1000 Ctr. Kohle) mehr als obiges Plus von 500 fl. beträgt, abgesehen von der bedeutenden Reduction an Kesselreparaturen.

L.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: