Titel: Zerfressene Wasserstandsgläser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 340)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi04_06

Zerfressene Wasserstandsgläser.

Kämmerer (Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1875 S. 389) untersuchte Wasserstandsgläser, welche in den Dampfräumen eine starke Zerstörung erlitten hatten. Die chemische Analyse ergab, daß die im Glase enthaltenen Basen, wie Natron etc., durch den Einfluß von Wasser theilweise aufgelöst worden, unter Bildung kieselsäurereicherer Verbindungen. Da die Zersetzung des Glases nur an der Stelle, wo dasselbe frei in der oberen Verdichtungskapsel hervorragt, vor sich gegangen war, so ist anzunehmen, daß an dieser Stelle durch die äußere Abkühlung destillirtes Wasser gebildet und dasselbe an diesem Ende des Glases zur zerstörenden Wirkung gekommen ist. Bekanntlich hat reines Wasser auf Glas einen größeren zerstörenden Einfluß als gewöhnliches; der untere im Wasserraum befindliche Theil des Glases war auch nicht angegriffen gewesen. Die Analyse ergab für den unversehrten (I) und den zerstörten Theil (II) des Wasserstandglases:

I II
Kieselsäure 69,554 70,118
Kalk 15,086 14,941
Magnesia 0,421 0,377
Kali 0,405 0,423
Natron 13,614 13,014
Eisenoxydul 0,330 0,387
Manganoxydul Spuren Spuren
Thonerde 0,421 0,374
Bleioxyd Spuren Spuren
–––––– ––––––
99,831 99,634

Der zerstörte Theil zeichnet sich vor dem unversehrten dadurch aus, daß er einen größeren Gehalt an Kieselsäure und einen geringeren Gehalt an Natron hat. Diese Differenz würde noch auffallender gewesen sein, wenn der zerfressene Theil, welcher zur Analyse verfügbar war, größer gewesen wäre.

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