Titel: Prüfung des Olivenöles in der Türkischrothfärberei; von E. Kopp.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 343–344)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi04_14

Prüfung des Olivenöles in der Türkischrothfärberei; von E. Kopp.

Da neuerdings wieder vorgeschlagen worden ist, die Reinheit und Tauglichkeit des Olivenöles mittels dessen Umwandlung durch salpetrige Schwefelsäure in festes Elaïdin zu ermitteln, so erinnert Verfasser an das von ihm in der Steiner'schen |344| Fabrik in Church (Lancashire) befolgte, sehr einfache Verfahren, welches auf demselben Principe beruht.

In ein Reagens-Kelchglas werden 10 Vol. des zu untersuchenden Oeles und 1 Vol. gewöhnliche Salpetersäure gegossen. Man setzt nun einige Stückchen Kupferdraht hinzu. Es entwickelt sich Stickoxyd, welches mit der Salpetersäure salpetrige Säure erzeugt. Sobald die Gasblasen etwas zahlreich durch das obenauf schwimmende Oel durchziehen, mischt man mit einem Glasstabe Säure und Oel recht innig. wartet einige (etwa 5) Minuten ab, wobei sich die beiden wieder trennen, und mischt nun durch Rühren und Schlagen zum zweiten Male.

Hieraus läßt man die Mischung an einem kühlen Orte (12° bis 15°) ruhig stehen. Das Oel trennt sich wieder von der Säure, welche in Folge der Bildung von (NO₃)₂Cu blaugefärbt ist; aber nach einiger Zeit beginnt es zu erstarren und zwar um so schneller, je reiner das Olivenöl war. Das Elaïdin ist nicht nur hart, sondern auch ganz weiß. Bei Mischungen mit anderen Oelen erhält man erst viel später Erstarrung, und ist das Elaïdin dann gewöhnlich weich und mehr oder weniger gelblich oder bräunlich gefärbt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875 S. 979.)

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