Titel: Betriebsresultate des Pernot-Ofens zu Ougrée (Belgien).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 426)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi05_01

Betriebsresultate des Pernot-Ofens zu Ougrée (Belgien).

L. Piedboeuf (Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1875 S. 463) theilt mit, daß der Pernot-Ofen (beschrieben 1874 213 126) auf den Werken der Société anonyme de la fabrique de fer seit Mitte November 1874 fast in ununterbrochenem Betriebe sei, und daß derselbe sich vollkommen haltbar gezeigt habe. Dabei ergaben sich Ende Januar d. J. folgende Resultate.

In 24 Stunden wurden 10000k Einsätze zu 9000k Luppen verarbeitet; dazu waren 750k Kohlen auf 1000k Luppen erforderlich, während der Eisenabbrand dem der alten Oefen gleichgestellt werden konnte. Trotzdem sich gerade die eigene Kohle des Werkes zum Unterwindbetrieb schlecht qualificirt, rechnete sich doch die Aequivalenz des Pernot'schen Ofens mit drei der älteren Oefen heraus. Dabei war das dargestellte sehnige Eisen sehr weich und zu Feinblechen ganz gut geeignet.

Im Monat Februar ergaben sich nicht ganz so gute Resultate, da pro 24 Stunden 8500 bis 8700k Produktion bei 800 bis 900k Kohlen auf 1000k Luppen dargestellt worden sind. Es muß indessen constatirt werden, daß vom 7. November bis 31. März dieselbe Sohle im Herde verblieb, und daß sie nur deshalb flüssig wurde, weil feuerfeste Steine darunter sich befanden. Das Gewölbe war sehr gut erhalten und sehr wenig und ganz gleichmäßig abgenützt.

Seit Mitte März wird Feinkorn gepuddelt mit angeblich noch besseren Resultaten, als hier bei dem sehnigen Eisen vorliegen. Die Tagesproduction war 10 Chargen zu 1000k, welche etwa 9000k Luppen ergaben. Die Qualität des Eisens war nach den in Ougrée üblichen Bezeichnungen Nr. 3, d.h. die beste, während das Eisen der gewöhnlichen Oefen Nr. 1 und Nr. 2 in der Qualität erreicht. Beim Verfolgen einer Charge ergab sich eine Dauer von 1 Stunde 55 Minuten.

Es erfolgten der Einsatz 9 Uhr 10 Min.
das erste Umwerfen 9 37
das zweite Umwerfen 9 43
das vollkommene Schmelzen 9 55
das Ziehen der letzten Luppe 11 5

Die Zahl der Luppen betrug hierbei 17 bis 18, und es wurde durch zwei Thüren mit zwei gleich qualificirten Arbeitern jederseits unabhängig gearbeitet. Nach dem Umsetzen und bei dem Luppenmachen ist man in Ougrée allmälig darauf gekommen, die Sohle in acht Segmente zu theilen und auf jedem Segmente zwei Luppen zu bilden.

Bestimmte Wägungen eines anderen Tages ergaben 6480k Einsatz mit 6025k Luppen und 6630k Kohlenverbrauch, also 100k Luppen = 107k,5 Einsatz + 110k Kohle.

Das Material für die Feinkorndarstellung besteht aus einer Mischung von 2/3 Weißstrahl von Ougrée (welcher aus einheimischem Material unter Zusatz nassau'scher Erze erblasen wird) mit 5 bis 6 Proc. Mangan und 1/3 Roheisen für Puddelarbeit von Ougrée; dabei erzielt sich ein Abbrand von 7 1/2 bis 8 Proc. gegenüber 15 Proc. bei den anderen Processen.

Bezüglich des Verhältnisses der Handarbeit zur Maschinenthätigkeit bei dem Pernot-Ofen wurde bemerkt, daß das Umsetzen bis jetzt noch mit der Hand geschieht, nicht wie die ersten Berichterstatter als zweifellos hingestellt, nur durch Einhalten des Spießes und durch Drehen. Die Theile der Charge, welche in der Mitte des Herdes sich befinden, werden leicht körnig und müssen deshalb nach dem Rande geschoben werden. Zu erwähnen ist noch, daß als Bemannung eines Ofens in einer Schicht zwei Puddler, ein Schürer und ein Maschinenwärter in Ougrée bei dem vorhandenen einen Ofen thätig sind.

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