Titel: Elektrisches Leitungsvermögen verschiedener Sorten Kohle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 429–430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi05_06

Elektrisches Leitungsvermögen verschiedener Sorten Kohle.

Zur Prüfung der elektrischen Leitungsfähigkeit von Kohle hat v. Kobell folgendes einfaches Verfahren angegeben.

Ein Stück der zu prüfenden Substanz (Holzkohle, Coak, Anthracit oder irgend eine andere Form von Kohle) wird mit Hilfe einer Zange, welche man durch das Biegen eines Streifens von Zink in Hufeisenform herstellt, in eine Lösung von schwefelsaurem Kupfer getaucht. Wenn die Kohle ein Nichtleiter ist, dann wird das Kupfersalz zersetzt, und eine Ablagerung von Kupfer erfolgt nur an der eingetauchten Fläche des Zinkes; wenn sie hingegen einen hohen Grad von Leitungsfähigkeit besitzt, so ist eine Zink-Kohlekette hergestellt, und eine Kupferablagerung erfolgt an der Oberfläche der Kohle, wie bei der gewöhnlichen Elektrotypie.

Von den verschiedensten untersuchten Formen der Kohle wurden die schnellsten Resultate mit einigen amerikanischen Anthraciten und Kohlen erhalten, welche der Einwirkung von eingedrungenen feurigen Felsen unterworfen gewesen waren. Am merkwürdigsten verhielt sich ein Anthracit von Peru, welcher eine große Menge Schwefel in organischer Verbindung enthält, und in fast verticaler Richtung mit |430| zwischengelagertem Quarzit im Hochplateau der Anden, 3965m über dem Meere, angetroffen wird. Dieser wird beim Eintauchen eben so schnell verkupfert wie Graphit. Der Anthracit von Pennsylvanien besitzt dieselbe Eigenschaft, aber nicht in so hohem Grade. Die Heathen-Kohle von South-Staffordshire, wenn sie durch das Eindringen des weißen Trapps verändert ist, wird langsamer verkupfert. Eine Kohlenprobe aus Bengalen, die in derselben Weise durch Eindringen feuriger Felsen verändert ist, verhält sich ebenso wie Coak und wird direct verkupfert. Der gewöhnliche Welsh-Anthracit scheint, nach dieser Methode untersucht, kein Leiter zu sein; nachdem er aber zur vollen Rothglut erhitzt worden, leitet er die Elektricität gut.

Von dem Anthracit-District in Südwales weiß man, daß keine bedeutende Störung in der Lagerung der Kohlenschichten stattgefunden, während in Nordamerika und Peru die Aenderung mit einer viel lebhafteren Thätigkeit verknüpft war, was durch die größere Störung der Felsen erwiesen wird, und wahrscheinlich wurde ein höherer Wärmegrad in der Masse entwickelt. Das Verhalten der Elektricitätsleitung würde hiermit übereinstimmen. (Philosophical Magazine, Juli 1875 p. 24; Naturforscher, 1875 S. 312.)

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