Titel: Elektrischer Apparat zum Aufzeichnen von Geschwindigkeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 514–515)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi06_04

Elektrischer Apparat zum Aufzeichnen von Geschwindigkeiten.

W. Groves in London hat einen Apparat construirt, welcher mittels Elektricität die Geschwindigkeit verzeichnet und neulich bei den Versuchen mit continuirlichen Bremsen auf der Midland Eisenbahn (vergl. S. 252) benützt wurde. Der Apparat enthält ein von einem Gewicht getriebenes Räderwerk zur Bewegung des Papierstreifens, auf welchem die Geschwindigkeit verzeichnet werden soll. An dem Gestell sind in passender Stellung zwei Elektromagnete angebracht, deren Anker aus weichem Eisen an einem gebogenen und in eine Spitze auslaufenden Hebel sitzen. Die Spitzen der Hebel treten von oben in ein Tintengefäß ein; wenn nun die Elektromagnete ihre Anker anziehen, so treten die Spitzen durch Löcher im Boden des Gefäßes hindurch |515| und nehmen dabei so viel Tinte mit, als nöthig ist, um einen Punkt auf den Papierstreifen zu machen. Die erwähnten Löcher sind aber so fein, daß bei nicht angezogenem Anker die Tinte in Folge der Capillaranziehung nicht austreten kann. Das Gefäß ist durch eine Scheidewand in zwei Abtheilungen getheilt, von denen die eine mit rother, die andere mit schwarzer Tinte gefüllt ist.

Der eine Elektromagnet ist mit einer halbe Secunden schlagenden Uhr verbunden, und so oft das Pendel über ein genau unter seinem Aufhängepunkte aufgestelltes Quecksilbernäpfchen hinweggeht, wird der Kreis einer elektrischen Batterie geschlossen, und die halben Secunden werden auf dem Papierstreifen durch rothe Punkte markirt. Der andere Elektromagnet wird mit den in geeigneten Abständen von einander entlang der Bahn angebrachten Contacten in Verbindung gesetzt, mittels deren die zur Ermittelung der Geschwindigkeit dienenden schwarzen Punkte auf dem Streifen gemacht werden. Wenn man daher die Anzahl der rothen Marken halber Secunden zwischen zwei schwarzen Punkten zählt, so kann man die Geschwindigkeit angeben, welche zwischen den beiden zugehörigen Contacten stattgefunden hat. Ebenso leicht läßt sich aber auch die Zu- und Abnahme der Geschwindigkeit aus den aufgezeichneten Punkten entnehmen. (Nach Engineering, August 1875 S. 115.)

E–e.

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