Titel: Amerikanischer Zinkofen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 218 (S. 222–223)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj218/ar218059

Amerikanischer Zinkofen mit Gasfeuerung auf den Werken von Mathissen und Hegeler in Lasalle (Illinois).

Mit Abbildungen auf Taf. VI [a.b/1].

Dieser in den Figuren 1 bis 3 (in 1/96 n. Gr.) dargestellte Ofen ist in der Hauptsache den gewöhnlichen belgischen Zinköfen nachgebildet; es ist aber auch von den schlesischen Zinköfen ein Motiv mit verwerthet worden, nämlich die reversirende Flamme. Er hat auf beiden Seiten Destillationsgefäße, welche von oben nach unten an Größe abnehmen, in welcher Richtung auch das entzündete Gasgemenge den Ofen durchstreicht. Zur Erzeugung des Gases (aus Steinkohlen) dienen drei Generatoren mit Treppenrosten, aus welchen dasselbe durch den Canal a in den unter dem Ofen hinlaufenden Gascanal b tritt. Durch Gasschächte c und d steigen die Gase empor und treten durch die Füchse e und f unter das Ofengewölbe, beim Eintritte sofort gemengt mit der aus der Windleitung durch g und h zuströmenden kalten Gebläseluft.

Die von oben nach unten gehenden Brenngase entweichen durch die Abzüge i in die Canäle k und l, welche seitlich vom Gascanal b angeordnet sind, nach der Esse m und erwärmen dabei wegen der dünnen Canalwandungen das Gas in b, für welches daher auch der Gasschacht bei d von etwas größerem Querschnitte ist als der bei c.

Die obersten Destillationsgefäße sind im Querschnitt nahezu elliptisch, und sind deren auf jeder Seite 36, im Ganzen also 72 Stück vorhanden von 4 Fuß engl. (1219mm) Länge, 21 Zoll Höhe (305mm) und 9 Zoll Breite (229mm) im Lichten. Dann folgen von oben nach unten 4 Reihen zu 42 Stück auf jeder Seite, im Ganzen also 336 Stück gewöhnliche belgische Retorten, deren Länge und Durchmesser von oben nach unten in jeder Reihe abnimmt.

Die bei den gewöhnlichen belgischen Oefen unten vorhandenen leeren Retorten (protecteurs), welche, wenn man sie hätte anwenden wollen, bei dem Hegeler-Mathissen'schen Ofen oben angebracht sein müßten, fehlen |223| gänzlich; ebenso die leicht vorspringenden und leicht wegschmelzenden Lagersteine (assises) in der Rückwand, welche sich hier entsprechend auftreppt. Dagegen sind in der Vorderwand alle Destillationsgefäße auf Unterlagsteine (taques) gelegt.

Der Ofen wird in 24 Stunden 2mal beschickt, verarbeitet in dieser Zeit 21632 Pfd. (9812k) gerösteten Galmei und liefert mit einem Ausbringen von 45 Proc. täglich nahezu 9800 Pfd. (4445k) Zink. Das geröstete Erz ist von durchschnittlich 55 Proc. Zink, und es beträgt der Verhüttungsverlust nahe 18,2 Proc. vom analytischen Zinkgehalte der Erze. Sonst nimmt man gewöhnlich diesen Verlust zu 1/4 vom Zinkgehalt der Erze an. (Nach Anzeigen und Mittheilungen für Schlesiens Kohlen- und Metallindustrie-Bezirke, 1875.)

F. B.

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