Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Gewinnung von Aldehyd bei der Bleizuckerfabrikation; von Ernst Dollfus in Chemnitz.Bei der Schnellessigbereitung durch Oxydation des Weingeistes mittels atmosphärischer Luft entsteht wohl stets nebenbei etwas Aldehyd. Die Menge desselben dürfte bei sorgfältigem Arbeiten zwar unbedeutend sein, immerhin aber groß genug, um bei einigermaßen starkem Betrieb wieder gewonnen zu werden, wenn man den Essig auf Bleizucker verarbeitet. Verfasser hat nämlich gefunden, daß bei Versuchen im Kleinen, um Essigsprit auf Bleizucker zu verarbeiten (wenn dies auf die bekannte und wohl gegenwärtig in fast allen Bleizuckerfabriken angewendete Weise geschieht, indem man heiße Essigdämpfe durch kupferne Recipienten mit Siebböden streichen läßt, auf denen sich Bleiglätte ausgebreitet befindet, wobei die Essigsäure vom Bleioxyd gebunden wird, während Wasserdampf entweicht), unter den anfänglich abgehenden Wasserdämpfen ein deutlicher Geruch von Aldehyd bemerkbar wird. Durch Condensiren dieser Wasserdämpfe ist es ihm gelungen, ein gewisses Quantum von Aldehyd in allerdings ziemlich wässerigem Zustande zu gewinnen. Da nun Aldehyd in Folge seiner nicht sauren Eigenschaft von der Bleiglätte nicht gebunden wird und wegen seiner großen Flüchtigkeit zuerst überdestillirt, so ist es erklärlich, daß man in Bleizuckerfabriken, |93| |
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