Titel: Nessel's Centrifugal-Puddelofen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 5 (S. 189)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi02_5

Nessel's Centrifugal-Puddelofen.

Zur Ausführung des Puddelprocesses auf mechanischem Wege schlägt L. Nessel in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen (1875 S. 419 Taf. XI) einen um eine verticale Hohlachse rotirenden Tellerofen mit Siemens'scher Regenerativfeuerung und totaler Wasserkühlung vor. Die gußeisernen Wände und Boden sind inwendig mit feuerfestem Material (Bauxit) und einem geschmolzenen Gemenge von gepulverter Schlacke und Erz 100 bis 150mm stark ausgefüttert, während sie außen von einem blechernen Mantel zum Zwecke der Wassercirculation umgeben sind. Das Kühlwasser tritt von unten in die hohle Tragachse ein, um nach erfolgter Circulation um den Ofen durch einen zweiten Canal in dieser Achse auszutreten. Zur Uebertragung der Rotation an den Ofen von der Transmissionswelle aus ist an der Tragachse unter dem Ofen eine horizontale Riemenscheibe befestigt. Die eingetragene, vorher im Cupolofen geschmolzene Roheisencharge (500 bis 600k) wird durch die Centrifugalkraft an die Wand geschleudert und fällt alsdann in den Ofen zurück, wodurch eine gründliche continuirliche Mischung erreicht wird.

Die Vortheile dieses Systems bestehen einerseits in der nahezu vollständigen Unschmelzbarkeit resp. leichten Erneuerung des Ofenfutters, anderseits in einer bedeutenden Abkürzung der Chargendauer und in einer großen Ersparniß an Handarbeit, welche letztere sich auf das Eintragen des flüssigen Roheisens mittels einer Rinne und auf das Luppenmachen beschränkt.

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