Titel: Seiltransmission.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 6 (S. 189–190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi02_6

Seiltransmission.

Die Verwendung von Hanfseilen statt Riemen zur Krafttransmission in Fabriken beginnt sich in England immer mehr auszubreiten, und eine einzige Fabrik in Dundee (Pearce Brothers) hat nun schon Anlagen von im ganzen mehr als 7000e auschließlich mit Seiltransmissionen versehen, darunter die Kraftübertragung einer Maschine von 1000e in einer Spinnerei zu Calcutta. Selbstverständlich ist hier eine ganze Reihe von endlosen Seilen erforderlich, von denen eines neben das andere in die entsprechend geformten Rillen der Seiltrommeln gelegt wird; die Seile haben dann Stärken von 30 bis 60mm und müssen aus sorgfältig vorbereitetem Hanf hergestellt werden. Wird aber diese Vorsicht gebraucht, und haben die Rillen der Seiltrommeln, was äußerst wichtig ist, die richtige Form, so bewährt sich dieses Transmissionsmittel vortrefflich, ist bedeutend billiger in der ersten Anschaffung, kostet nichts |190| zur Erhaltung und besitzt eine fast unbeschränkte Dauerhaftigkeit. Die bequeme Disposition der Kraftübertragung zu den einzelnen Arbeitsmaschinen gewährt gleichfalls wesentliche Vortheile gegenüber dem Riemenbetrieb.

Es sind solche Seiltransmissionen in England an einzelnen Orten (beispielsweise Belfast in Irland) schon Jahre lang in Gebrauch und haben sich durchaus bewährt; die Sache ist somit schon längst aus dem blosen Versuchsstadium herausgetreten; die Schwierigkeiten, welche das Aufbringen und Nachspannen der Seile mit sich bringt, werden wohl bald zu überwinden gelernt werden, und es kann daher zu Versuchen mit der Kraftübertragung durch Seile nicht dringend genug aufgefordert werden.

M-M.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: