Titel: Mehlfälscher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 5 (S. 380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi04_5

Mehlfälscher.

Gemäß Mittheilung des Präsidenten des landwirthschastl. Vereins für Rheinpreußen werden von der Firma Heeremans und Comp. in Rotterdam den Mühlenbesitzern der Rheinprovinz unter der Bezeichnung zoogenaamd Kunstmeel of Kunstwit (sogen. Kunstmehl oder Kunstweiß) zwei Proben einer weißen, mehlförmigen Substanz zugesendet, welche bei Abnahme von mindestens 100k zum Preise von 8,50 resp. 7,50 M. pro 100k geliefert werden soll. Nach der Untersuchung der landwirthschaftlichen Versuchsstation zu Bonn ist dieses „Kunstmehl“ nichts anderes als Gyps. Die Verwendung desselben seitens der Müller und Bäcker würde letztere mit dem Strafgesetz in Conflict bringen, denn nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 15. December 1875 ist selbst das Feilhalten von Eßwaaren, die, wenn auch nicht gesundheitsgefährlich oder schädlich, doch zum menschlichen Genusse ungeeignet sind, als Betrug zu bestrafen, wenn es wissentlich geschieht, und als Uebertretung nach § 367 Nr. 7 des Str.-Ges.-B., wenn es nicht wissentlich geschieht.

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