Titel: Eisensalze zum Gerben von Sohlleder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 7 (S. 381–382)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi04_7

Eisensalze zum Gerben von Sohlleder.

Ueber die Verwendung von Eisenchlorid zum Gerben thierischer Häute berichtete Prof. Dr. F. Knapp bereits früher in seiner bahnbrechenden Arbeit „über Gerberei und Leder“(1858 149 380). Einer brieflichen Mittheilung entnehmen mir mit gütiger Erlaubniß folgende Angaben über die Fortsetzung diesbezüglicher Versuche.

Nachdem Prof. Dr. Knapp gefunden hatte, daß die Eisenoxydsalze ungemein ungleiche Qualitäten für das Gerben besitzen, kam er auf ein Präparat, welches sich besonders günstig erwies. Seine Versuche im Großen (in der Eichthal'schen Gerberei zu München) mit einem hervorragenden Praktiker wurden durch Ueberzug von München nach Braunschweig unterbrochen, aber in der letzten Zeit von einer Braunschweiger Firma wieder aufgenommen. Die in der Gerberei von A. Heyer in Braunschweig 1½ Jahre durchgeführten Versuche im Großen mit ganzen Häuten und Fellen zeigten zweifellos, daß mittels Eisengerbung ein dem Lohleder an Brauchbarkeit nicht zurückstehendes Product zu erzielen ist.

Der Schwerpunkt liegt im Sohlleder, da der Proceß für die schwerste Haut, abgesehen vom Reinmachen (Abhaaren u. s. w.), höchstens 8 Tage erfordert, dazu ein Material, von welchem 1k nur 24 Pf. und sehr wenig Arbeit.

Das Versuchsstadium im angedeuteten Sinn ist geschlossen. Die noch übrigen Schwierigkeiten sind die überaus großen Vorurtheile, namentlich der Praktiker und deren theoretische Vorstellungen, ferner die Entwicklung der mechanischen Hülfsmittel |382| und die Einübung der Arbeiter, da wie in jeder Gerberei so auch in der Eisengerberei die Behandlung mindestens ebenso entscheidend ist als der Stoff.

Die Firma Gottfriedsen und Comp. in Braunschweig hat die Sache definitiv in die Hand genommen und ist gegenwärtig damit beschäftigt, eine Werkstätte als Versuchsstation einzurichten, worin sich Jeder durch Augenschein von der großen Einfachheit der Methode überzeugen und Ledermuster haben kann.

Hr. Prof. Dr. Knapp hat sich auf Ansuchen der Redaction freundlichst bereit erklärt, in nächster Zeit das Verfahren in diesem Journal ausführlich zu besprechen.

F.

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