Titel: Vergleichende Verdampfungsversuche zwischen einem Root'schen und einem Lancashire-Kessel; von Ingenieur Strupler in Luzern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 2 (S. 474–475)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi05_2

Vergleichende Verdampfungsversuche zwischen einem Root'schen und einem Lancashire-Kessel; von Ingenieur Strupler in Luzern.

I. Mechanische Verhältnisse der Kesselanlage.

Textabbildung Bd. 220, S. 474

Root'scher Kessel: 100 Röhren, Länge 2m,680, äußerer Durchmesser 0m,126, davon 75 im Wasserraum und 25 im Dampfraum; unten ein Querspeiserohr, oben querliegend ein Dampfsammler.

Lancashire-Kessel: Länge 7m,7, Durchmesser inwendig 1m,8,
2 Feuerröhren Durchmesser inwendig 0m,65.

II. Proben.

Allgemeines. Die beiden Kessel wurden, der eine am 22. und 23., der andere am 26. und 27. October 1875 unter gleichen Verhältnissen einer Probe unterworfen; beide waren vorher in- und auswendig gereinigt und beim Beginn der Versuche mit kaltem Wasser versehen.

Die für den ganzen Versuch verwendete Kohle war Püttlinger I. Sorte (Saarkohle) zu 3,04 Franken pro 100k franco Basel.

Die Maschine war alle 4 Tage gleichmäßig beansprucht und auch während der ganzen Versuchszeit der alleinige Consument des von den Kesseln erzeugten Dampfes. Ihre mittlere Leistung berechnet sich auf effectiv 60e.

Das Speisewasser wurde in Gefäßen, deren Inhalt vorher gewogen war, zugemessen und dafür gesorgt, daß bei Beendigung der Proben genau so viel Wasser im Kessel war wie bei Beginn derselben, so daß keine Niveaudifferenzen zu berechnen waren.

Im Root'schen Kessel blieben nach der Probe, am 24. Morgens, ca. 2500l Wasser von 85°, dagegen im Lancashire-Kessel am 26. Morgens ca. 10 000l Wasser von 135°, nebst Dampf von 3at Spannung zurück. Diesem Umstande wurde im Nachfolgenden jedoch keine Rechnung getragen.

Betreffend die Arbeitszeit wurde die im Etablissement übliche eingehalten: Morgens vom Hell- bis Abends zum Dunkelwerden und Mittags von 12 bis 1 Uhr Mittagspause. Nur am 23. mußte die Arbeitszeit um ca. 1½ Stunden gekürzt werden, weil Morgens der Kessel erst von Hand nachzufüllen war und alsdann beim Anlassen der Maschine wegen Undichtheit eines Hahnes ca. 30 Minuten wieder eingestellt werden mußte.

Das Pyrometer wurde bei jedem der beiden Kessel etwas hinter dem Essenschieber angebracht und die Ablesungen alle ½ Stunde gemacht, sowie auch der Dampfdruck in gleichen Zeiträumen notirt.

|475|

Resultate der Proben vom 22/23, und 26/27, October 1875.

Textabbildung Bd. 220, S. 475
Lancashire-Kessel: Beim Uebergang vom 3 zum
4. Zug Pyrometergrade
am 1. Tag: 187,5°
am 2. Tag: 250,0°
durchschnittlich 218,75°.

(Nach den Technischen und gewerblichen Mittheilungen des magdeburger vereins für Dampfkesselbetrieb, 1876 S. 26.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: