Titel: Zur Bieruntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 12 (S. 565)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi06_12

Zur Bieruntersuchung.

F. A. Haarstick (Chemisches Centralblatt, 1876 S. 201) hat ebenfalls gefunden, daß alle käuflichen Traubenzucker eine nicht vergährbare, stark rechtsdrehende Substanz (Béchamp's Amylin) enthalten (1876 219 146). Ob bei der Herstellung von Bier Traubenzucker verwendet wurde, läßt sich hiernach auf folgende Art nachweisen.

1l Bier wird auf dem Wasserbade zu einem Syrup eingedampft, der Rückstand ganz allmälig mit etwa 300cc Alkohol von 90 Proc., dann zur völligen Abscheidung des Dextrins nach und nach mit soviel 95proc. Weingeist vermischt, bis in einer abfiltrirten Probe keine Trübung mehr erfolgt. Nach zwölfstündigem Stehen wird filtrirt, der Alkohol größtentheils abdestillirt, der Rest auf dem Wasserbade verdampft, der Rückstand in 1l destillirtem Wasser gelöst und mit ausgewaschener Hefe bei 20° der Gährung überlassen. Wenn man am zweiten und dritten Tage etwas frische Hefe hinzurührt, ist die Gährung am vierten Tage beendet, und die Flüssigkeit zeigt bei Bieren, die ohne Traubenzucker bereitet wurden, Null, bei mit Traubenzucker dargestellten Bieren aber eine mehr oder minder große Rechtsdrehung.

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