Titel: Ueber das Entfetten von Wolle mit Aether.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 17 (S. 568)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi06_17

Ueber das Entfetten von Wolle mit Aether.

Nach dem patentirten Verfahren von O. Braun in Berlin soll Wolle u. dgl. in großen Apparaten mit Aether entfettet werden. (Deutsche allgemeine polytechnische Zeitung, 1876 S. 79.) Zur Extraction von auf dem Schafe gewaschener Wolle, Garn u. s. w. wird das Fett mit Aether aus der Wolle gelöst und verdrängt; der dann die Wolle benetzende Aether soll durch Spiritus, und der Spiritus wieder durch Wasser verdrängt werden. Alles das geschieht kalt in geschlossenen Gefäßen, ohne die Wolle zu bewegen.

Schweißwolle wird zuerst in offenen Gefäßen mit kaltem Wasser in der Art extrahirt, daß man die aus dem einen Gefäß ablaufende Flüssigkeit in ein zweites bringt und so fort, wie dies bei der Potaschengewinnung aus Wolle üblich ist, und dann mit besondern Maschinen (wozu indessen auch die jetzt üblichen Waschmaschinen benützt werden können) der größte Theil der Schmutzes mit kaltem Wasser entfernt. Triefend naß kommt nun die Wolle in die Aetherextractionsgefäße; das Wasser daraus wird durch Spiritus, dieser durch Aether verdrängt; ferner nachfließender Aether löst und verdrängt das Fett aus der Wolle, und er wird wieder verdrängt durch Spiritus, welcher letztere wieder kaltem Wasser weichen muß. Die nun von Fett, Aether und Spiritus befreite Wolle wird naß aus den Extractionsgefäßen herausgehoben und auf mechanischem Wege von dem nun durch kein Klebmittel mehr befestigten Rest von Schmutz befreit. Aus den Ertractionsflüssigkeiten soll das Fett, der verwendete Aether und der Spiritus durch Destillation wieder gewonnen werden.

Der verhältnißmäßig geringe Werth des Wollfettes, der voraussichtlich bedeutende Verlust an Aether und Spiritus lassen die Rentabilität dieses Verfahrens sehr zweifelhaft erscheinen.

F.

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