Titel: Schnee und Salzsäure als Kältemischung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 220/Miszelle 5 (S. 562–563)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj220/mi220mi06_5

Schnee und Salzsäure als Kältemischung.

Pierre und Puchot (Comptes rendus, 1876 t. 82 p. 45) haben ein neues Hydrat der Chlorwasserstoffsäure von der Formel HCl.2H2O hergestellt. Nach ihren weitern Beobachtungen gibt ein Gemisch von Salzsäure (von 23° B.) und Schnee eine billige Kältemischung. Sie erhielten z. B. folgende Resultate:

Versuch. Schnee. Salzsäure. Endtemperatur.
1 500 200 -29°
2 500 230 -29
3 500 250 -31
4 500 300 -27
5 500 250 -32.
|563|

Bei den 4 ersten Versuchen wurde die Säure langsam und unter beständigem Umrühren mit dem gesammten Schnee gemischt; beim fünften Versuche wurde die Säure mit der Hälfte des Schnees gemischt und erst dann der übrige Schnee zugefügt.

Zu den beiden folgenden Versuchen wurde die Säure erst auf -15 bis -16° abgekühlt und zu den Versuchen 8, 9 und 10 bei -18° mit gasförmiger Chlorwasserstoffsäure gesättigt 1k absorbirte hierbei 268g HCl). Sie erhielten:

Versuch. Schnee. Abgekühlte Säure. Endtemperatur.
6 500 250 -35°
7 500 300 -34
8 500 260 (gesättigt) -34
9 500 200 -35
10 500 175 -34.

2 Th. Schnee geben also beim Mischen mit 1 Th. käuflicher Salzsäure eine Temperatur von -32° und -35°, wenn man die Säure vorher auf -15° abkühlt. Die bei -18° übersättigte Säure bietet keine Vortheile im Vergleich zu gewöhnlicher Säure.

Will man die Temperatur einer solchen Kältemischung constant erhalten, so ist es schwer, auf -34 bis -35° zu bleiben; leicht gelingt dieses bei -25° durch Zumischen von Schnee und Salzsäure. Die Verfasser haben so mit 3k Salzsäure 4l Flüssigkeit 9 bis 10 Stunden lang auf -25° erhalten.

Nach G. Witz (Comptes rendus, 1876 t. 82 p. 329) ist ein Gemisch von gleichen Theilen Schnee und Salzsäure von 1,18 spec. Gew. vorzuziehen. 250g trockner lockerer Schnee mit 250g Salzsäure, welche auf -1° abgekühlt war, gemischt, gaben in kaum einer Minute ein an der Luft nicht rauchendes Gemenge von 37,5°. Diese Temperatur hielt sich längere Zeit, wenn das betreffende Gefäß mit schlechten Wärmeleitern umgeben war. Wurde 1/10 Schnee mehr oder weniger genommen, so stieg die Temperatur um 2 bis 3°.

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