Titel: Biega's Wasserabsperrventil.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/ar221014

E. Biega's Wasserabsperrventil.

Mit Abbildungen auf Taf. I [b.c/3].

Die bisher für die Hauswasserleitungen bei den Closetanlagen, sowie auch für die Druckständer verwendeten Absperrventile leiden bekanntlich an mancherlei Uebelständen. Die Stöße, welche in den Rohrleitungen beim Schließen dieser Ventile durch das plötzliche Hemmen des Wasserlaufes verursacht werden, haben nicht selten ein Platzen oder Undichtwerden der Rohrleitungen oder Löthungen zur Folge und machen ein öfteres Auswechseln der Gummischeiben nothwendig. Diese Uebelstände werden durch das von dem Betriebsinspector der Breslauer Wasserwerke Ingenieur E. Biega construirte und patentirte Ventil |48| vollständig beseitigt. Es ist dasselbe in Breslau in mehr als 400 Exemplaren in dem Zeitraum eines Jahres sowohl bei Closetanlagen als auch bei Druckständern in Anwendung gebracht worden und hat sich hier so gut bewährt, daß die Consumenten die geringen Mehrkosten, welche ihnen das Biega'sche Ventil im Vergleich mit andern derartigen Ventilen verursacht, nicht scheuen, um etwas Zweckentsprechendes zu haben und die früher sehr häufigen Reparaturen in den Leitungen los zu werden.

Dieses Ventil besteht nämlich aus einem hohlen cylindrischen Kolben aa (Fig. 28 bis 30), welcher sich wasserdicht in einem cylindrischen Gehäuse bb auf und ab bewegen kann, oben geschlossen und mit einem Stift c versehen ist, der durch den Deckel des Gehäuses hindurch gehend mittels Hebel g und aufgestecktem Gewicht (wie die Sicherheitsventile bei Dampfkesseln mit Hebelbelastung) stets nach unten gedrückt wird. Der Apparat wird nun so in die Rohrleitung eingeschaltet, daß das Wasser von unten bei d in das cylindrische Gehäuse eintreten und durch eine seitliche Oeffnung e in demselben wieder austreten kann. Der hohle Kolben aa hat oben im Innern einen Ansatz mit Lederscheibchen f, welcher die Mündung der Einströmungsöffnung bei d' bedeckt und, durch den Gewichtshebel belastet, geschlossen erhält, während die Wandung des Kolbens aa die Ausströmungsöffnung e verschließt. Wird nun der Hebel g und also auch der Kolben in die Höhe gezogen, so werden beide Oeffnungen bei d und bei e frei, und das Wasser tritt zunächst in das Innere des cylindrischen Kolbens aa, in Folge des Druckes an den obern Rand dieses Kolbens anschlagend. Läßt man das Hebelgewicht wieder fallen, so tritt, einestheils durch die lebendige Kraft des Wassers, anderntheils durch den Druck auf den Kolben aa eine so erfolgreiche Reaction gegen das plötzliche Zuschlagen der Zuflußöffnung d ein, daß dadurch jeder Rückschlag vermieden wird und nur ein sanftes Schließen des Ventils stattfindet, während auch die Ausflußöffnung bei e allmälig wieder geschlossen wird. (Journal für Gasbeleuchtung etc., 1876 S. 228).

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