Titel: Zur Kenntniß der Kesselsteinbildungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 1 (S. 89–90)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi01_1

Zur Kenntniß der Kesselsteinbildungen.

H. Hanisch hat einen Kesselstein von folgender Zusammensetzung untersucht:

Wasser 9,430
Kalk 32,662
Schwefelsäure 47,702
Magnesia 2,930
Kohlensäure 2,430
Kieselsäure 0,601
Thonerde und Eisenoxyd 2,503
Phosphorsäure 0,821
Unlösliche Substanz 0,447
––––––
99,526.
|90|

Nach Einführung des De Haen'schen Verfahrens (vgl. 1876 220 374) bildete sich ein dünner, aber harter Kesselstein, welcher bestand aus:

Bariumoxyd 54,98
Schwefelsäure 32,70
Magnesiumoxyd 7,35
Chlor 0,11
Kalk Spur
Wasser 4,22
–––––
99,36.

Hanisch meint, daß die Umsetzung eines Theiles des Chlorbariums mit den Sulfaten bei einer Temperatur von 56° nicht in den Klärbottichen, sondern erst im Dampfkessel erfolge, und daß das hier ausgeschiedene schwefelsaure Barium mit dem Magnesiumhydrat (1874 212 215) eine feste Kruste bilde. (Kohlrausch's Organ des Vereins für Rübenzuckerindustrie, 1876 S. 192.)

Professor A. Belohoubek berichtet über die in einem Kessel mit Bouilleur, welcher mit Wasser aus Braunkohlengruben gespeist war, gebildeten Absätze. Im Bouilleur hatte sich ein ockerartiger Schlamm (I), im Dampfkessel eine 0,5 bis 1mm dicke, braunrothe Kesselsteinschicht (II) abgesetzt. Die Analyse ergab folgendes Resultat:

I II
Eisenoxyd (FeO₃) 33,0676 2,9170
Thonerde (AlO₃) 4,0114 0,1095
Manganoxydul (MnO) Spuren Spuren
Kalk (CaO) 0,9378 26,9431
Magnesia (MgO) 3,1898 2,7491
Kali (KO) Spuren 0,8446
Natron (NaO) Spuren 0,1735
Kieselsäure (SiO₂) 0,1991 0,7251
Phosphorsäure (PO₅) 0,0425 0,1974
Schwefelsäure (SO₃) 0,7167 44,2515
Kohlensäure (CO₂) Spuren Spuren
Chlor (Cl) Spuren Spuren
Fett Spuren 0,0921
Glühverlust 8,3333 9,7168
Bei 105° flüchtiges Wasser 3,8081 1,1905
Unlöslicher Rückstand 45,6633 10,1059
Verlust 0,0304
–––––––– ––––––––
100,0000 100,0211

Leider wurde das Speisewasser nicht mit untersucht, auch nicht festgestellt, ob das Wasser vielleicht mit Kalk entsäuert war. (Im Auszug aus dem vom Verfasser gef. eingesendeten Separatabdruck aus den Mittheilungen des Architecten- und Ingenieurvereins in Böhmen, 1875 S. 78.)

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