Titel: Bestimmung des Schwefels im Leuchtgase.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 10 (S. 93–94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi01_10
|94|

Bestimmung des Schwefels im Leuchtgase.

Bekanntlich zeigte Vogel (1853 130 76), daß das Leuchtgas Schwefelkohlenstoff enthält. Zur Prüfung des Leuchtgases auf diese Verunreinigung schlug Herzog (1861 159 292) eine ammoniakalische alkoholische Bleilösung vor, Vogel (1870 195 477) leitete das Gas über eine Kupferspirale. A. W. Hofmann (1860 158 22) bestimmte den Schwefelkohlenstoff durch Verbrennen des Leuchtgases in der Luft und Condensation der gebildeten schwefligen Säure; Evans (* 1864 171 127) und Letheby (* 1864 171 128) construirten hierfür besondere Apparate.

Brügelmann (Zeitschrift für analytische Chemie, * 1876 S. 175) verbrennt das Gas im Sauerstoffstrom und bestimmt die gebildete Schwefelsäure. Zu diesem Zweck wird ein 48cm langes Verbrennungsrohr an einem Ende mit einem passend zusammen gebogenen Platinblech geschlossen, welches man etwa 2cm weit einschiebt. Dann wird eine 10cm lange Schicht von gekörntem Aetzkalk, ferner eine 5cm lange Schicht schwer schmelzbarer Glasstückchen und 20cm lang ausgeglühter Asbest eingefüllt. Das Rohr wird nun in einem Verbrennungsofen erhitzt, so daß die Kalkschicht und die Glasstückchen glühend werden. Dann wird das Verbrennungsrohr mittels eines doppelt durchbohrten, gut passenden Kautschukstopfens geschlossen, in welchen zwei Glasröhrchen eingepaßt sind. In das eine Röhrchen führt man nun etwa in jeder Minute 100cc Sauerstoff, durch das andere das in einer 10l haltenden Flasche vorher genau gemessene Leuchtgas so ein, daß stets Sauerstoff im Ueberschuß vorhanden ist. In etwa 2 Stunden ist die Operation beendet. Der Kalk wird aus der in passender Weise gesprengten Röhre herausgebracht, in Wasser und Säure gelöst und die gebildete Schwefelsäure durch Chlorbarium gefällt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: