Titel: Darstellung von Alizarinfarben; von F. de Lalande.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 18 (S. 191–192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi02_18

Darstellung von Alizarinfarben; von F. de Lalande.

Es handelt sich im Wesentlichen um die Gewinnung von Purpurin aus Alizarin, und es werden hierzu die folgenden Oxydationsmethoden vorgeschlagen.

1) 100 Th. Alizarin werden mit 50 bis 100 Th. trockner Arsensäure und 800 bis 1000 Th. Schwefelsäure von 66° B. so lange auf 120 bis 150° erhitzt, bis eine herausgenommene Probe mit verdünnter Aetznatronlösung eine hochrothe Färbung gibt, worauf man die flüssige Masse mit dem 20 bis 30fachen Volum Wasser verdünnt, einige Zeit weiter erhitzt und dann filtrirt. Der zurückgebliebene Rückstand kann nach dem Waschen sogleich zu Färbezwecken verwendet werden (vgl. 1875 215 161).

2) Die Arsensäure mag durch eine gleiche Menge Antimonsäure ersetzt werden; in diesem Falle ist die Temperatur auf 200 bis 250° zu erhöhen. Im Uebrigen wird wie oben verfahren.

3) Als Oxydationsmittel dient Manganperoxyd. Man kann die Oxydation hier auch ohne Anwendung von Wärme zu Stande bringen.

4) An Stelle der Arsensäure nimmt man die gleiche Menge Zinnsäure und erhitzt wie im ersten Falle auf 120 bis 150°.

5) Das getrocknete und gepulverte Alizarin wird in kleinen Mengen in etwa die zehnfache Menge rauchender, mit Kältemischung umgebener Salpetersäure eingetragen |192| und die ganze Masse in kaltes Wasser geschüttet. Der entstehende Niederschlag wird gesammelt, gewaschen und technisch verwendet.

6) Das in Wasser, kalt oder heiß, suspendirte Alizarin wird mit dem gleichen oder zweifachen Gewichte Kaliumbichromat oder Bleioxyd, Kupfernitrat, Quecksilbernitrat, Eisenchloridlösung von 50° B. oder endlich Eisensulfat behandelt. Es ist hier zuweilen nothwendig, die Temperatur auf 150 bis 250° zu erhöhen.

7) 100 bis 200 Th. Alizarinbrei (10 Proc. trockenes Alizarin enthaltend) werden mit 10 Kupfersulfat, 2 Kaliumchlorat und 100 bis 200 Th. Kieselsand vermengt; diesen Brei erwärmt man mehrere Tage lang unter fortgesetztem Umrühren auf 30 bis 60°. Das Product wird mit Wasser gewaschen, um lösliche Beimengungen zu entfernen, und sodann mittels Aetznatron ausgezogen, aus welchem Auszuge man den Farbstoff durch irgend eine Säure niederschlägt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 644.)

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