Titel: Wasserleitungen mit Asphaltröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 3 (S. 185)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi02_3

Wasserleitungen mit Asphaltröhren.

Im vorigen Jahre führte Baumeister Häusel für die Gemeinde Mümling-Crumbach (Kr. Erbach, Großherzogthum Hessen) eine Wasserleitung mit 6cm weiten Asphaltröhren (vgl. 1876 219 455), die aus der Röhrenfabrik von C. Leye in Bochum (Westphalen) bezogen wurde, aus. Die vier neu aufgestellten Brunnen sind mit verschließbaren Auslaufröhren versehen, so daß das Wasser außer dem Gebrauche in dem hierzu angelegten Reservoir sich ansammeln kann. Das Auslaufrohr am Brunnen liegt 17m,65 unter dem Wasserspiegel im Reservoir, und haben unter diesem Drucke bis jetzt weder die Röhren noch die Verbindungen undichte Stellen gezeigt. Die Verbindung der Röhren ist mit Asphalt und Leinwandstreifen, die mit starkem Bindfaden umwickelt wurden, hergestellt worden; auch die Anschlüsse aus der Abzweigung an den Krahnen ließen sich mittels eines eisernen Rohrkopfes, an dem eine Scheibe sitzt, einfach und dicht herstellen. Die Anlagekosten einer Wasserleitung von Asphaltröhren dieser Art stellen sich für den laufenden Meter auf rund 2 M. (Röhren, Asphaltkitt, Bandagen, Fracht und Legerlohn) und kommen daher, nach den hier üblichen Holzpreisen, kaum den Herstellungskosten an Wasserleitungen mit hölzernen Röhren gleich. Berücksichtigt man die kostspieligen Reparaturen, Undichtigkeiten und Unreinigkeiten bei Holzröhren, sowie auch die häufigen Uebelstände bei eisernen Röhren, welche in Undichtigkeiten an Spunden und Stößen, in Rost etc. bestehen, so wird man unzweifelhaft den Asphaltröhren in vielen Fällen den Vorzug einräumen müssen. Eine fertig gestellte Leitung ist, da keine Spunden nöthig sind, weil bei vorkommender Verstopfung mittels einer Säge die Trennung des Rohres erfolgen kann, als ein ganzes Rohr zu betrachten, weshalb keine Spur von Wasser verloren gehen kann. Gewerbeblatt für Hessen, 1876 S. 197.)

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