Titel: Beobachtungen über die Dauer der imprägnirten Holzschwellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 4 (S. 185–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi02_4
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Beobachtungen über die Dauer der imprägnirten Holzschwellen.

Bei der Ende Juni l. J. in Constanz stattgefundenen „Versammlung der Techniker des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen“ hat der Geheime Regierungsrath Fünk über die Dauer von Holzschwellen einige Mittheilungen gemacht, welche geeignet sein dürften, das lebhafte Interesse der Fachgenossen zu erregen. Nach Beobachtungen, welche theils auf der Köln-Mindener Bahn, theils auf den Hannoverschen Staatsbahnen angestellt worden waren, erforderten:

Mit Chlorzink imprägnirte Kieferschwellen nach 21jährigem Gebrauche eine Auswechslung von 31 Proc.

Mit Creosot imprägnirte Buchenschwellen nach 22jährigem Gebrauche eine Auswechslung von 46 Proc.

Nicht imprägnirte Eichenschwellen nach 17jährigem Gebrauche eine Auswechslung von 49 Proc.

Mit Chlorzink imprägnirte Eichenschwellen nach Ablauf derselben Zeit eine Auswechslung von 20,7 Proc.

Bei allen Beobachtungen waren sehr günstige Verhältnisse, nämlich sehr gutes, reines und vollständig durchlässiges Bettungsmaterial vorhanden. Probestücke, die aus solchen Schwellen herausgeschnitten wurden, welche nach Ablauf der angegebenen Beobachtungsdauer noch in der Bahn verblieben, zeigten vollständig gesunde Querschnittsflächen.

Anknüpfend an diese glänzenden Resultate, welche auf deutschen Bahnen mit imprägnirten Holzschwellen erzielt wurden, theilt Oberingenieur Leop. Huber (Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins, 1876 S. 228) die Resultate der auf einer österreichischen Bahn, nämlich der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, seit einer Reihe von Jahren augestellten Beobachtungen mit. Danach hat die Auswechslung betragen:

Bei nicht imprägnirten Eichenschwellen nach 12jähriger Benützung 74,48 Proc.

Bei mit Chlorzink imprägnirten Eichenschwellen nach 7 Jahren 3,29 Proc.

Bei mit creosothaltigem Theeröl imprägnirten Eichenschwellen nach 6 Jahren 0,09 Proc.

Bei mit Chlorzink imprägnirten Kieserschwellen nach 7 Jahren 4,46 Proc.

Die imprägnirten Kieferschwellen, von denen die angeführten Beobachtungen vorliegen, wurden im J. 1869 auf den Stationsplätzen der Mährisch-Schlesischen Nordbahn verlegt. Seit den Jahren 1869/1870 kommen bei der Kaiser Ferdinands-Nordbahn nur noch Eichenschwellen zur Verlegung, welche vorher entweder mit Chlorzink oder mit creosothaltigem Theeröl imprägnirt wurden.

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