Titel: Einschlagpapier für gefärbte Wolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 11 (S. 287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi03_11

Einschlagpapier für gefärbte Wolle.

Nach Reimann's Färberzeitung erhalten Färber, welche Wollen für Tapisserieartikel färben, öfters Waare zurück, welche nach dem Haspeln und Umhüllen mit weißem Papier auf dem Lager bunt wurde, d.h. an einzelnen Stellen hell erscheint, während sie sonst die ursprüngliche Farbe behielt. Natürlich wird dem Färber die Schuld zugeschrieben. Nähere Beobachtung hat nun aber gezeigt, daß dieser Uebelstand, welcher vorzüglich bei Anilinfarben und ganz besonders bei Magenta beobachtet wird, stets da zur Geltung kommt, wo das fragliche Garn mit weißem Papier in directe Berührung kommt. Dies führte auf die eigentliche Ursache des Buntwerdens. Die zu weißem Papier verwendeten Materialien, Lumpen, Stroh, Esparto etc. werden einer starken Bleichung mit Chlor unterworfen. Wird letzteres in der Papierfabrikation nicht mit Antichlor entfernt, so sind in weißen Papieren stets Spuren (allerdings nur ganz geringe) von Chlor enthalten. Aber gerade gegen Chlor sind die Anilinfarben äußerst empfindlich, und daher kommt es, daß die auf Wolle fixirten Farben an allen Stellen schwächer werden, wo sie mit weißem Papier, also mit den Spuren des Chlors in Berührung kommen. Zur Vermeidung des Uebelstandes schlage man die Wolle nicht in weißes, sondern in blaues Papier ein, oder wähle überhaupt ein dunkles Papier. Blaues Papier empfiehlt sich deshalb, weil das zur Färbung desselben verwendete Ultramarin gegen Säure und Chlor sehr empfindlich ist, eine etwa vorhandene Spur davon durch diesen Farbstoff also schon abgestumpft würde.

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