Titel: Elektrisches Licht auf Schiffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 4 (S. 283–284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi03_4

Elektrisches Licht auf Schiffen.

Seit Ende März 1876 wurde das der Compagnie générale transatlantique gehörige Dampfboot Amérique mit einer Gramme'schen Maschine (ganz neues Modell) zur Erzeugung von elektrischem Licht ausgerüstet. Der Schiffscommandant Pouzolz berichtet nach seiner Rückkehr von New-York nach Havre so günstig darüber, daß die Gesellschaft sofort noch zwei andere Dampfer mit elektrischer Beleuchtung versehen hat. Das elektrische Licht soll namentlich die Sicherheit erhöhen, indem es Strandungen verhütet und das Einlaufen in den Hafen erleichtert. Es kann auch das Laden und Entladen bei Nacht ermöglichen. Es wurde auf dem Amérique am Vordertheil, 15m vom Vordersteven, auf einem ursprünglich 7m hohen, vom Kommandant aus Stabilitätsrücksichten und um den Lichtstrahl tiefer zu legen um 2m erniedrigten Thurme aus Eisenblech, mit innerer Treppe und von 1m Durchmesser angebracht. Die Lampe mit prismatischen Gläsern und Serrin'schen Regulator erleuchtet 225° und läßt das Schiff fast ganz im Dunkeln. Die Gramme'sche Maschine liefert 200 Carcelbrenner Lichtstärke, wiegt 200k, macht 850 Touren in der Minute. Die Lampe intermittirt automatisch mittels eines kleinen Stromunterbrechers, kann aber auch ununterbrochenes Licht liefern, welches 10 Seemeilen (18km ,250) weit trägt; es liegt 10m über dem Wasserspiegel. Als Uebelstand dürfte sich herausstellen, daß das so intensive |284| elektrische Licht die regelmäßigen grünen und rothen Laternen des Schiffes verschwinden läßt und leicht von andern Schiffen für das Licht eines Leuchtthurmes gehalten werden kann. (Nach der Revue industrielle, Juni 1876 S. 252.)

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