Titel: Orsat's Apparat zur Untersuchung der Rauchgase.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 6 (S. 284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi03_6

Orsat's Apparat zur Untersuchung der Rauchgase.

Der Apparat von Orsat (* 1875 217 220) hat neuerdings (nach dem Journal für Gasbeleuchtung etc., 1876 S. 297) eine nicht unwesentliche Verbesserung dadurch erfahren, daß er auch für die Bestimmung der in den Verbrennungsgasen enthaltenen Kohlenwasserstoffe benützt werden kann. Es ist diese Bestimmung insoferne von Wichtigkeit, als jene Gase bisher als Stickstoff gemessen wurden, der Gehalt an letzterm also zu hoch gefunden wurde, während gleichzeitig die Gegenwart dieser unverbrannten Gase, die einen Verlust an Brennmaterial durch unvollständige Verbrennung anzeigen, nicht bemerkt wurde. Der Apparat wird dadurch etwas complicirter und die Analyse erfordert etwas mehr Sorgfalt; immerhin ist jedoch die Ausführung leicht und die erhaltenen Resultate besonders bei Generatorgasen aus Steinkohlen, Braunkohlen etc. sehr werthvoll. Der Apparat erhält zur Ausführung dieser Bestimmung noch einen Ansatz auf der rechten Seite des Meßrohres bei m (siehe die Abbildung in Bd. 217 S. 222) von dem Capillarrohr abzweigend. Ist Kohlensäure und Kohlenoxyd in der früher geschilderten Weise absorbirt, so wird der gemessene Rest mit bestimmten Mengen Wasserstoffgas und Luft gemischt und das Gasgemenge durch eine glühende Platinspirale nach einem, den Absorptionsgefäßen für Kohlensäure und Kohlenoxydgas ähnlichen, mit Wasser gefüllten Rohr geleitet. Beim Passiren der glühenden Röhre wird der zugesetzte Wasserstoff in der Luft verbrennen und gleichzeitig auch die Verbrennung der Kohlenwasserstoffe zu Kohlensäure und Wasser veranlassen. Bringt man nach dem Erkalten das Gas wieder rückwärts in die Meßröhre, so wird sich das Volum um den verschwundenen, zu Wasser verbundenen Sauerstoff und Wasserstoff vermindert, dagegen um die gebildete Kohlensäure vermehrt haben. Bestimmt man die Menge der Kohlensäure in der früher beschriebenen Weise, so erfährt man durch einfache Rechnung die Menge der vorhanden gewesenen Kohlenwasserstoffe und behält reinen Stickstoff zurück, dessen Menge nun richtig bestimmt werden kann.

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