Titel: Schwarzblaue Farbe für Papier in der Masse; von Aug. Abadie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 15 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi04_15

Schwarzblaue Farbe für Papier in der Masse; von Aug. Abadie.

Dunkle, billige, für Packpapiere dienliche Farben sind in den bis jetzt erschienenen Abhandlungen über Färben von Papierzeug nur wenig besprochen. Es gibt deren, welche den Packpapierfabrikanten große Dienste leisten können, obwohl sie nur zu den geringen Sorten gehören, wie z.B. Flaschengrün, Kastanienbraun, Türkischroth, Schwarzblau u.a. Diese Farben nehmen einen glänzenden Ton an, wenn man die Papiere satinirt, wie es im Auslande vielfach geschieht; sie werden sogar mit Steinen geglättet und scheinen dann mit prächtigem Glanz. Französisches Packpapier hat diese Vollkommenheit noch nicht erreicht, es fehlt ihm an Frische und Schönheit; wenn es |392| Stärke hat, fehlt ihm Weichheit, und oft gehen ihm beide Eigenschaften ab. Von Schwarzblau, welches mich zu dieser kurzen Mittheilung veranlaßt, habe ich 9 Arten erhalten und deren Zusammensetzung sorgfältig aufgeschrieben. Nachdem ich die 9 Arten angefertigt hatte, ordnete ich sie nach der Tiefe des Tons, vom hellsten, einem Grünblau ausgehend und bis zu einem sehr schönen brennenden Schwarzblau aufsteigend.

Dabei ist nicht zu vergessen, daß diese Färbung für wenig oder schlecht gekochte und nicht gebleichte Stoffe benützt wird, daß sie sich für altes, in den Straßen zusammengelesenes Papier, für Kräuter, Stroh, Mais, Ginster, Fichtenblätter und Zweige, Nesseln und alle andere Arten sonst unverwendeter faserhaltiger Pflanzen eignet.

Die hier folgenden Mengenangaben von Kupfervitriol, Campecheholz-Extract, und in manchen Fällen von Beinschwarz, gelten für 100k trockenes Papier. Diese Rohstoffe sind überall und zu billigen Preisen zu haben.

Alaun oder schwefelsaure Thonerde darf zur Fällung der Harz- oder Fettseife nicht verwendet werden; das schwefelsaure Kupferoxyd dient an seiner statt, und die Menge des angewendeten Leimes muß deshalb im richtigen Verhältniß zu der Menge von Kupfervitriol stehen, welche behufs der Färbung zugesetzt wird. Bei diesen Papiersorten handelt es sich nicht um mehr oder weniger gute Leimung, sondern man verlangt, daß sie biegsam, weich und kartig seien, – lauter werthvolle Eigenschaften, denen die schwarzblaue Färbung nicht schadet.

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Nr. 1 1,50 Kupfervitriol,
3,00 Campeche-Extract.

Nr. 2

1,25 Kupfervitriol,
2,50 Campecheholz-Extract,
0,50 Beinschwarz.

Nr. 3

0,75 Kupfervitriol,
1,50 Campeche-Extract,
1,50 Kochsalz,
0,25 Beinschwarz,

Nr. 4

1,00 Kupfervitriol,
2,00 Campeche-Extract,
1,50 Beinschwarz.

Nr. 5

1,00 Kupfervitriol,
2,00 Campeche-Extract,
6,00 Holzessig.

Nr. 6

1,50 Kupfervitriol,
3,00 Campeche-Extract,
2,00 Beinschwarz.

Nr. 7

1,50 Kupfervitriol,
3,00 Campeche-Extract,
2,00 Beinschwarz,
3,00 Holzessig.
Nr. 8 3,00 Kupfervitriol,
4,00 Campeche-Extract.
Nr. 9 4,00 Kupfervitriol,
6,00 Campeche-Extract.

(Aus der Revue industrielle des matières textiles durch Papierzeitung, 1876 S. 188.)

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