Titel: Akustische Signale in Förderschächten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 7 (S. 387–388)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi04_7

Akustische Signale in Förderschächten.

Die Erhebungen über den Grubenbrand in Bochnia (3. Januar 1876) haben erwiesen, daß die dabei stattgehabten Verunglückungen unterblieben wären, wenn die im Schacht Sutoris Eingetriebenen während der Niederfahrt hätten zum Signalglockenzug gelangen können. Ueber Aufforderung der Berghauptmannschaft in Krakau wurden vielfache Vorrichtungen in Vorschlag gebracht, welche es den im Schacht Befindlichen ermöglichen sollten, in jedem Punkte desselben Signale zum Anhalten, Hinauf- und Herabtreiben zu geben. Unter diesen hat sich nach H. Wachtel (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1876 S. 295) die nunmehr bei den Schächten der k. k. Saline in Wieliczka eingeführte Vorrichtung als die einfachste und sicherste bewährt.

Am Mitteltrum der Treibabtheilungen wird nämlich eine schmiedeiserne, 25mm im Lichten weite (Gas-) Röhre derart befestigt, daß sie nirgends aufliegt, sondern überall frei austönen kann. Die Röhre mündet oben über dem Standpunkte des |388| Maschinisten, unten tief in den Füllorten der verschiedenen Horizonte aus. Jedes Ende der Röhre ist mit einem Schalltrichter versehen. Ein selbst leiser Schlag mit einem Stocke auf jedem Punkte der Röhre ist überall deutlich, insbesondere aber an den Enden zu vernehmen, ein Schlag mit einem eisernen Hammer, Schlüssel u. dgl., welchen der Eingetriebene mitnimmt, ist aber beinahe dröhnend und ausnehmend deutlich hörbar. Da der Eingetriebene in jedem Schachtpunkte einen Schlag an die Röhre schnell und sicher abgeben kann, so ist zu entnehmen, wie praktisch und befriedigend sich diese Vorrichtung bewährt, die übrigens auf etwa 1 fl. pro laufenden Meter zu stehen kommt.

Es ist zwar zweifellos, daß eine einfache schmiedeiserne Stange dem gedachten Zwecke auch entsprechen dürfte; bei Röhren, welche übrigens noch enger als 25mm im Lichten sein können, schwingt indessen die Luft mit, und muß demnach der Schall viel deutlicher und präciser zu vernehmen sein.

In Wieliczka haben sich die Röhren in einer Länge von 140m und 300m ausgezeichnet bewährt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: