Titel: Planté's secundäre Batterien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 9 (S. 388–389)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi04_9
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Planté's secundäre Batterien.

Obwohl die secundären oder Polarisations-Ströme seit Anfang dieses Jahrhunderts bekannt sind, lernte man sie doch erst neuerdings praktisch verwerthen. Seit 1859 hat Gaston Planté (1860 156 192) nachgewiesen, daß das Blei das für secundäre Batterien sich am besten eignende Metall ist. In ein Probirgefäß aus Glas, Guttapercha oder Hartgummi werden parallel zu einander zwei spiralförmig gerollte Bleiplatten in verdünnte (1/10) Schwefelsäure gesteckt und ihre Windungen durch zwei gleichzeitig mitgerollte Kautschukstreifen in passendem Abstande von einander erhalten. Ein Loch im Pfropfen gestattet das Eingießen der Flüssigkeit und das Entweichen von Gasen während der Ladung, die durch 2 Bunsen'sche oder 3 Daniell'sche Elemente bewirkt wird. Dabei dienen die beiden Bleirollen als Elektroden, und die eine derselben überzieht sich mit einer Schicht braunen Bleisuperoxyds, während die andere sich erst mit der Zeit mit einer pulverigen grauen Schicht überzieht. Wenn sich an der braunen Elektrode Sauerstoffblasen entwickeln, ist die Ladung vollständig und die ladende Batterie wegzunehmen, weil sie nichts mehr nützt. Bei stärkster Ladung hat das secundäre Element 1 1/2 soviel elektromotorische Kraft wie ein Bunsen'sches und ist nach Verlauf einer Woche noch nicht erschöpft. Die kleinern Elemente haben 8, die größern 40qc active Oberfläche. Eine spätere Wiederladung geht um so rascher, je schneller sie auf die Entladung folgt; doch muß sie dann in demselben Sinne wie die frühern erfolgen. Planté benützt ein solches Element unter dem Namen Briquet de Saturne zum Anzünden einer Kerze (100mal) mittels eines Platindrahtes; dasselbe kann mit feinem (1/20mm) Platindraht durch einen 900m langen und 3mm dicken Kupferdraht Minen entzünden; es kann Wunden ausbrennen, und in passender Weise zu Batterien vereinigte Elemente können alle Wirkungen der kräftigsten gewöhnlichen Batterien hervorbringen, namentlich auch bei Gramme'schen Maschinen verwendet werden, besonders zur Beleuchtung der Schiffe. (Nach dem Moniteur industriel belge, April 1876 S. 154.)

E–e.

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