Titel: Schleifen der Messer von Papierschneidmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 8 (S. 485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi05_8

Schleifen der Messer von Papierschneidmaschinen.

Das Pariser Fachblatt L'Imprimerie empfiehlt nach dem Archiv für Buchdruckerkunst nachstehendes einfache und zweckmäßige Verfahren, um einen regelrechten Messerschliff zu erhalten.

Auf eine genau abgerichtete Marmorplatte wird eine verdünnte Mischung von Schmirgel und Oel gegossen. Auf dieser wird das Messer hin und her geschliffen; zu beobachten ist, daß die stets gleiche Richtung des Winkels, welchen die Schneide haben soll, genau innegehalten wird. Glaubt man, die erforderliche Schärfe erlangt zu haben, so bedarf es nur noch des nachträglichen Abziehens auf dem Oelstein. Will man noch ein Uebriges thun, so zieht man die Klinge schließlich noch auf dem Streichriemen (ähnlich zubereitet wie die Streichriemen für Rasirmesser) ab. Zu diesem Ende wird ein geeignet langer und breiter Lederstreifen, vielleicht ein Stück alten Transmissionsriemens, mit einer, wie nachstehend beschrieben, zusammengesetzten Paste überstrichen.

In einem Hafen wird 1k Talg geschmolzen und dann 0l,25 Oliven- oder Rüböl hinzugegossen; bei beständigem Umrühren mit einem Spatel werden nach und nach 150g zu feinstem Pulver gemahlener Schmirgel sowie 100g Roggenstrohasche nachgeschüttet; das Rühren wird so lange fortgesetzt, daß beim allmäligen Erkalten die Masse eine gewisse Consistenz annimmt. Der Lederstreifen wird, mit der glatten Seite nach unten, auf ein eichenes Bret genagelt und letzteres mit einem Bret von Pappelholz unterlegt; durch die Verbindung dieser beiden Holzarten wird das Werfen verhindert, und der Apparat hält stets ebene Fläche. Beim Einreiben der rauhen Fläche des Leders darf nie zu viel Masse auf einmal genommen werden, indem kleine Quantitäten nach und nach tiefer in die faserige Structur eindringen.

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