Titel: Die Rhodeïnreaction des Anilins; von E. Jacquemin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 13 (S. 571–572)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi06_13

Die Rhodeïnreaction des Anilins; von E. Jacquemin.

Die classische Anilinchlorkalkreaction ist nach Dragendorff an der Grenze ihrer Empfindlichkeit angelangt, wenn 18 Anilin in 6l Wasser vertheilt ist. E. Jacquemin hat die Grenze erweitert, indem er den Chlorkalk durch unterchlorigsaures Nation ersetzte, so daß 1g Anilin damit behandelt 10l Wasser noch deutlich violett färbt. Ist in |572| diesem Fall das Anilin oder ein Salz desselben doppelt so stark mit Wasser verdünnt, so erhält man nur noch eine schwachbraune, undeutliche Färbung der Flüssigkeit; ist die Verdünnung fünfmal so groß, also 1g Anilin auf 50l Wasser, so tritt gar keine Reaction mehr ein. Neuerdings veröffentlicht nun Jacquemin (Comptes rendus, 1876 t. 83 p. 226) eine weitere Vervollkommnung dieser Anilinreaction. Wenn das mit unterchlorigsaurem Natron behandelte Anilin mit Wasser so verdünnt ist, daß es demselben nur noch eine braune oder gar keine Färbung mehr ertheilt, so gießt er einige Tropfen ganz verdünnte Schwefelammoniumlösung hinzu (in 30cc einen Tropfen enthaltend) und erhält alsdann eine Prachtvolle, je nach der Concentration der Anilinflüssigkeit mehr oder weniger dunkle Rosafärbung derselben. Diese Reaction, welcher Jacquemin den Namen Rhodeïnreaction gibt, tritt noch ein, wenn 1g zuvor mit unterchlorigsaurem Natron behandeltes Anilin in 250l Wasser vertheilt ist. Zudem ist sie für das Anilin charakteristisch, sofern weder bei Diphenylamin noch bei Toluidin, wenn sie der Reihe nach mit unterchlorigsaurem Natron und mit Schwefelammonium versetzt werden, eine ähnliche Farbenerscheinung auftritt.

Kl.

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