Titel: Wasserdichte Stoffe von Dr. Fournaise.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 221/Miszelle 5 (S. 569)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj221/mi221mi06_5

Wasserdichte Stoffe von Dr. Fournaise.

Das Haus Grutfils und Comp. hat nach dem Moniteur de la teinture, 1876 S. 44 im Pariser Industriepalast verschiedene Gewebe u.a. auch Filze, Wagentücher und dergleichen Stoffe ausgestellt, welche nach einem neuen Verfahren von Dr. Fournaise für Wasser undurchdringlich gemacht und vom Preisgericht als vollkommen zweckentsprechend prämiirt worden sind. Der Gedanke, welcher der Erfindung zu Grunde liegt, ist neu und einfach in der Ausführung. Man taucht die Stoffe in ein 4 bis 5° B. starkes Bad von essigsaurer Thonerde, die nicht durch doppelte Zersetzung, sondern durch Auflösen von Thonerdehydrat in Essigsäure dargestellt worden ist. In dieser Lösung bleiben die Stoffe ungefähr eine Stunde, dann werden sie auf einer Auswindmaschine trocken gepreßt, hernach (vermuthlich in einem Dampfkasten) einer Temperatur von 110 bis 120° ausgesetzt, um die Essigsäure aus der Verbindung auszutreiben. – Bei der Prüfung wurden die so präparirten Stoffe leicht ausgespannt und dann Wasser in solcher Menge aufgegossen, daß durch das Gewicht desselben förmliche Ausbauchungen und Sümpfe entstanden, in welchen man etliche rothe Fischchen schwimmen ließ. Trotzdem ließ das Gewebe kaum einige Tropfen Flüssigkeit durch, und gleichzeitig war durch den Aufenthalt der Fischchen erwiesen, daß diese Imprägnirung der Stoffe vollkommen unschädlich ist. Dabei haben diese wasserdichten Stoffe ein weiches Anfühlen und nur eine geringe Beschwerung von 1 bis 2 1/2 Proc., und was insbesondere für die Kleidungsstoffe hervorzuheben ist, sie sind zwar für Wasser undurchdringlich, hindern aber keineswegs die Transpiration, wie dies bei mit Kautschuk oder Guttapercha präparirten Stoffen der Fall ist.

Kl.

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