Titel: Vergiftungen durch verschimmeltes Brod.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1876, Band 222/Miszelle 13 (S. 502)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj222/mi222mi05_13

Vergiftungen durch verschimmeltes Brod.

Nach längerm Genuß von unter Zusatz von Maismehl gebackenem Brod, wie es von einem Theil der Landbevölkerung der lombardischen Ebene verbraucht wird, treten öfters sporadisch Krankheiten auf, welche sehr häufig einen tödtlichen Ausgang nehmen. Man hat die Ursache darin gesucht, daß das erwähnte Mehl und das daraus gebackene Brod sehr leicht verschimmelt. Schon 1871 hat Gombroso in Pavia dargethan, daß der Extract des verschimmelten Maismehles auf Menschen und Thiere giftig wirkt, und in letzter Zeit haben Brugnateli und Zenoni daraus mittels des Stas-Otto'schen Verfahrens eine alkaloidartige Substanz abgeschieden. Das Alkaloid ist eine weiße, leicht veränderliche, nicht krystallinische Substanz, unlöslich in Wasser, leicht und mit alkalischer Reaction löslich in Alkohol und Aether. Besonders bemerkenswerth ist, daß die schwefelsaure Lösung auf Zusatz von oxydirenden Agentien eine blauviolette Färbung entstehen läßt, welche der entsprechenden Reaction des Strychnins täuschend ähnlich ist. Die Reaction gelingt auch mit Schwefelsäure, welche Spuren von Oxyden des Stickstoffes enthält. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1876 S. 1437.)

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