Titel: Verwendung der schwefligen Säure bei der Kupfergewinnung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 224/Miszelle 8 (S. 458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj224/mi224mi04_8

Verwendung der schwefligen Säure bei der Kupfergewinnung.

Die Cementwässer zu Agordo enthalten neben schwefelsaurem Kupfer und schwefelsaurem Eisenoxydul auch erhebliche Mengen von schwefelsaurem Eisenoxyd. Zoppi (Annales des Mines, 1876 t. 9 p. 190) fand nun, daß nach der Formel Fe2O3, 3SO3 + Cu = 2FeO, SO3 + CuO, SO3 das durch Eisen gefällte Kupfer das schwefelsaure Eisenoxyd zu Oxydul reducirt, daß das gebildete Kupfersulfat von Neuem durch metallisches Eisen gefällt werden muß, was nur auf Kosten des Fälleisens erfolgt. Ferner zerfällt ein Theil des schwefelsauren Eisenoxyds in basisches Oxyd Fe2O3, SO3 und Eisenvitriol FeO, SO3.

Um die Ausscheidung dieser voluminösen Eisenoxydverbindung — brunini genannt — zu verhüten und die Menge des Fälleisens zu vermindern, leitete Zoppi in die Cementwässer schweflige Säure ein. Nach der Formel Fe2O3, 3SO3 + SO2 = 2FeO, SO3 + 2SO3 wurde das Eisenoxydsalz reducirt und auf Zusatz von Eisen das Kupfer völlig und ohne Ausscheidung von brunini gefällt.

Dieser Proceß wird seit November 1874 mit Erfolg im Großen ausgeführt. Den in einem Thurme niederrieselnden Cementwässern wird ein Strom schwefliger Säure, aus Kiesen hergestellt, entgegengeführt; die Laugen werden nach erfolgter Reduction durch Eisen bei einer Temperatur von 40 bis 50° gefällt. Das erhaltene Kupfer ist reiner als sonst, enthalt namentlich weniger Arsenik; die jährliche Ersparung berechnet sich zu 64 000 M., so daß sich das neue Verfahren auch finanziell sehr günstig stellt.

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