Titel: Reimherr's Rauchverbrennungsapparat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225 (S. 130)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/ar225040

Reimherr's Rauchverbrennungsapparat.

Mit einer Abbildung auf Taf. II [c/1].

Unter den vielen verunglückten Vorschlägen zur Verhinderung des Rauches bei Locomotiven ist der in Fig. 10 skizzirte sicher einer der originellsten. Hier ragt ein Windfang, welcher durch Zahnradübersetzung stets nach der Fahrtrichtung gedreht werden kann, über das Schutzhausdach der Maschine heraus, fängt die entgegenströmende Luft auf und leitet sie durch den Wasserraum oberhalb der Box hindurch in ein conisches Rohr, welches in dem Verbrennungsraum aufgehängt ist und durch die Oeffnungen eines Mundstückes die unterwegs erwärmte Luft über der Feuerfläche vertheilt. Das Mundstück muß selbstverständlich aus feuerfestem Material sein, der conische Stutzen ist aus Gußeisen und zum leichten Auswechseln eingerichtet, was wohl öfters nöthig werden dürfte. Der Durchgang durch den Wasserraum des Kessels wird von einer wohl versteiften Blechconstruction gebildet, welche die Boxdecke mit der äußern Manteldecke verbindet. Dieselbe hat einen gußeisernen Stutzen eingesetzt und den dadurch entstehenden ringförmigen Raum mit Chamotte ausgefüttert, um zu vermeiden, daß die durchströmende kalte Luft dem Kesselwasser Wärme entzieht. Oberhalb dieses Theiles ist ein von außen stellbarer Drehschieber angebracht, um den Luftzufluß zu reguliren.

Diese Construction ist, nach einer Mittheilung des Engineer, December 1876 S. 418, thatsächlich auf der Linie Constantinopel-Adrianopel, wo der Erfinder Friedr. Reimherr Obermaschinen-Ingenieur ist, an einer Güterzugmaschine mit drei gekuppelten Achsen ausgeführt. Wir zweifeln nicht daran, daß durch die Anwendung dieses Apparates, wie versichert wird, wesentliche Ersparungen an Kohlen gemacht werden können, glauben aber, daß dieselben mit andern Auslagen theilweise compensirt werden dürften. Schließlich ist auch der Lastvertheilung zu gedenken, welche bei einer Maschine mit allen Achsen vor der Box durch diesen Apparat, welcher wohl nicht viel unter einer 1t wiegt, kaum verbessert werden dürfte.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: