Titel: Head's verbesserte Luppenquetsche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225 (S. 262–264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/ar225083

Verbesserte Luppenquetsche von Jeremia Head in Middlesbrough.

Mit Abbildungen auf Taf. III [c. d/4].

Unter Benutzung eines Modelles, welches W. Menelaus von Dowlais vor mehrern Jahren der Versammlung des Iron and Steel Institute zu Middlesbrough vorlegte, hat J. Head eine Luppenquetsche construirt, welche in ihren Details wesentlich verbessert und in Fig. 37 bis 43 abgebildet ist. Die Luppenquetsche selbst besteht aus drei Walzen, von welchen zwei mit nur rotirender Bewegung neben einander liegen, während die dritte darüber liegende gleichzeitig um |263| wenigstens 305mm in verticaler Richtung gehoben oder gesenkt werden kann. An eine der Unterwalzen sind zwei vorspringende Ringe angegossen, welche in entsprechende Vertiefungen der andern Unterwalze passen. Der Abstand beider Ringe von einander bestimmt die Länge der Luppe. Ihre Dicke ist abhängig von der Stellung der Oberwalze gegen die beiden untern. Die Figuren 42 und 43 zeigen zwei Schnitte durch das Walzentrio zunächst in der Stellung beim ersten Einstecken der 610mm dicken Luppe, dann in der Stellung, wobei die Luppe in einer Dicke von 330mm die Walzen zum letzten Mal passirt. Die eingeschriebenen Maße passen für Luppen von 750k; für größeres oder kleineres Gewicht werden andere Walzen eingelegt. Die Oberwalze ist so stark gegenbalancirt, daß sie gegen die darüber liegenden Schrauben drückt. Die Traversen, welche die Lager dieser Walzen tragen, hängen in Bolzen, durch deren obere Enden zwei auf der hohen Kante liegende Flacheisen gesteckt sind. Die Enden dieser Flacheisen sind mit Gelenken versehen, an welche vier mit den Ständern verzapfte Hebel befestigt sind. An den andern Enden der Hebel sind Stangen aufgehängt, welche Gegengewichte von der gewünschten Schwere tragen. Das Heben und Senken der Oberwalze geschieht durch Umdrehen der oben erwähnten Schrauben; letztere sind am Kopf mit Zahnrädern versehen, welche in zwei Schnecken eingreifen (Fig. 41), die auf einer diagonal über den Walzenständern liegenden Achse befestigt sind und durch Dampfkraft getrieben werden. Die ausgedrehte Unterwalze ist aus Stahl hergestellt, um an den schwachen Stellen Brüche zu vermeiden. Die Höhe der Ringe an der andern Walze muß etwas größer gemacht werden als die halbe Dicke der fertigen Luppe, damit an letzterer kein Grath entsteht. Die Luppe wird auf einem eigens dazu construirten Karren angefahren, auf die eine Unterwalze abgekippt und auf der andern Seite von einem ähnlichen Karren wieder in Empfang genommen, was sich mit Hilfe einer Brechstange, nachdem die Oberwalze etwas gehoben worden ist, leicht bewerkstelligen läßt. Die drei Walzen werden durch gewöhnliche Kupplungsmuffen und Spindeln mittels dreier Getriebe bewegt, welche ihrerseits wieder durch ein kleineres dazwischenliegendes Stahlgetriebe ihre Bewegung erhalten. Der Raum, den die ganze Walzenstraße einnimmt, wird durch den Neigungswinkel bestimmt, welchen man der obern Kupplungsspindel gestattet.

Die Betriebsmaschine der Luppenquetsche ist vertical, mit variabler Expansion und Dampfmantel. Sie hat 508mm Cylinderdurchmesser, ebenso viel Hub und ist auf 120 Touren in der Minute berechnet; die Walzen machen 24 Umdrehungen. Am andern leeren Ende der Betriebswelle befindet sich ein vierkantiger Zapfen, an welchen sich eine zweite |264| Walzenstraße ankuppeln läßt. Die Maschine ist nicht umsteuerbar; man hat dies für unnöthig gehalten, weil sich durch den Dampfbetrieb der Schneckenwelle der Druck auf die Luppe plötzlich aufheben läßt, wenn die Oberwalze gehoben wird.

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