Titel: Kupfergewinnung in Japan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 10 (S. 106–107)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi01_10
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Kupfergewinnung in Japan.

Nach einer alten japanischen Schrift haben die Japaner, wie U. Imai (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1877 S. 174) berichtet, bereits seit Jahrhunderten aus einheimischen Erzen in folgender Weise Kupfer gewonnen.

Die in Stadeln gerösteten Erze werden abwechselnd mit Kohlen in einen Herd eingetragen, welcher durch zwei Blasebälge mit Wind versehen wird. Ein Arbeiter rührt zuweilen den Herdinhalt um und läßt die Schlacke ab, worauf der gebildete flüssige Rohstein mit Wasser bespritzt und in Scheiben aus dem Herde genommen wird. Die Gewinnung des Kupfers aus dem Rohstein geschieht in einem ebensolchen Herd; nur wird derselbe zugedeckt, wenn die Massen in Fluß gerathen sind. Nach dem Abziehen der Schlacke wird das Rohkupfer aus dem Herde entfernt. Dasselbe durfte damals nicht privatim verarbeitet werden, sondern mußte aus Kupferwerk in Oosaka abgeliefert werden, welches dasselbe garmachte und zum Tauschhandel nach Nagasacki schickte. Je nach der Reinheit wurde das Rohkupfer ein oder zwei Mal in Tiegeln umgeschmolzen und nach dem Abziehen der Schlacke in Formen, mit siedendem Wasser gefüllt, gegossen, dann mit kaltem Wasser abgekühlt.

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