Titel: Hölzerne Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 2 (S. 103)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi01_2

Hölzerne Dampfkessel.

In der äußerst interessanten „Geschichte der Dampfmaschine in Amerika“, welche im vorigen Jahre im Journal of the Franklin Institute publicirt wurde, sind auch Zeichnungen der ältesten Dampfkessel enthalten, wie sie noch im J. 1800 für das Wasserwerk der Stadt Philadelphia gebaut wurden. Dieselben waren viereckige Kästen, aus 5zölligen (127mm -) Fichtenbohlen zusammengezimmert; 9 Fuß (2m,74) breit und hoch, 14 Fuß (4m,27) lang. Durchgezogene Schrauben verbanden die einzelnen Theile mit einander, welche außerdem durch vier 10zöllige (254mm-) Holzrahmen verstärkt waren. In diesen Kessel war ein gußeiserner, langer und flacher Kasten eingesetzt, welcher vorn den Rost enthielt, hinter demselben von 8 vertical eingegossenen Wasserröhren durchkreuzt war und endlich in ein Schlangenrohr übergehend aus dem hölzernen Gehäuse austrat. So functionirte dieser Kessel, mit 15 Quadratfuß (1qm,393) Rostfläche und 360 Quadratfuß (33qm,444) Heizfläche, bei 2,5 Pfund Ueberdruck (0k,17 auf 1qc) von 1801 bis 1815, ohne viel Schwierigkeiten zu verursachen, außer daß die obern, vom Dampf berührten Holzwände allmälig vermorschten und erneuert werden mußten.

In Folge dessen ging man bald zu gußeisernen aus unzähligen Theilen zusammengeschraubten Kesseln über, und begann schon die Feuerboxen und Rohre aus Schmiedeisen herzustellen, bis endlich Oliver Evans die Kühnheit hatte, eine Hochdruckdampfmaschine aufzustellen und in schmiedeisernen Kesseln von 27 Fuß (8m,23) Länge und 27 Zoll (686mm) Durchmesser Dampf von 13at zu entwickeln. Dies geschah 1817, allerdings mit Aufopferung vieler Menschenleben bei verschiedenen Explosionen, und erst in unsern Tagen wieder wird diese Idee neuerdings aufgenommen und von Perkins die Verwendung von 20 bis 30at in den Dampfmaschinen empfohlen. Fr.

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