Titel: Schwefelbleiche der Seide; nach H. Marriot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 28 (S. 111)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi01_28

Schwefelbleiche der Seide; nach H. Marriot.

Das vollkommene Bleichen der entschälten Seide für ganz lichte Farben oder für Weiß mittels schwefliger Säure wird zum Theil mit gasförmiger, zum Theil mit wässeriger Säure ausgeführt. Im ersten Fall wird die Seide zuvor durch ein reines Seifenbad genommen, dann feucht (eine Hauptbedingung, wenn man gleichmäßig gebleichte Waare haben will) in die Schwefelkammer aufgehängt. Hierauf wird eine angemessene Menge Schwefel in flachen eisernen Geschirren angezündet und die Kammer sorgfältig verschlossen. Die Seide bleibt hier 10 bis 12 Stunden, wird nach dem Herausnehmen gut im Wasser gespült und in einem schwachen Seifenbad behandelt, um durch letztere Operation der Seide, welche durch das Schwefeln ein rauhes Anfühlen erhalten, ihre natürliche Geschmeidigkeit wieder zu geben.

Das Bleichen mittels flüssiger schwefliger Säure ist nach H. Marriot (Der Manufacturist, 1877 S. 67) der Anwendung der Schwefelkammer vorzuziehen. Es geschieht in einer mit Wasser gefüllten Kufe aus Tannenholz. In das Wasser, welches hinreichend mit schwefliger Säure gesättigt ist, bringt man die rein gewaschene Seide, drückt sie mit einer durchlöcherten Scheibe in die Flüssigkeit unter, bedeckt die Kufe mit einem gutschließenden Deckel und läßt die Seide so lange in der wässerigen schwefligen Säure liegen, bis sie ganz weiß geworden ist, wobei man darauf zu achten hat, die Seide verschiedene Male zu wenden und von oben nach unten zu kehren. Nach dem Herausnehmen befreit man sie wieder durch Spülen im Wasser von der anhängenden Säure und stellt durch ein warmes Seifebad ihre frühere Elasticität wieder her.

Kl.

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