Titel: Ueber verfälschte Butter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 15 (S. 212–213)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi02_15

Ueber verfälschte Butter.

E. Reichardt (Archiv der Pharmacie, 1877 Bd. 210 S. 339 bis 354) bemerkt, daß zum Nachweis eines Zusatzes von Talg zur Butter (1877 224 204) Geruch und Geschmack nicht ausreichen. Die der Butter zugesetzten Farbstoffe der Möhre, rothen Rübe, des Orlean, seltener des Safrans und der Curcuma (Flückiger fand einmal auch Chromgelb) lassen sich durch Behandeln der Butter mit starkem Alkohol ausfinden.

Der Kochsalzgehalt der Butter sollte nur etwa 2 Proc. betragen; er schwankt nach Schacht von 0,6 bis 12 Proc. Zur Bestimmung desselben werden etwa 10g Butter mit 30 bis 40cc Wasser zum Kochen erwärmt; nach dem Erkalten wird die wässerige Lösung abgedampft und nach dem Trocknen bei 120° gewogen.

Butter ist um so haltbarer, je weniger Wasser sie enthält; Schacht fand in den besten Berliner Buttersorten 1,25 bis 9 Proc., in geringen Sorten selbst 37,5 Proc., Moser 15 bis 20 Proc. Wasser. Zur Bestimmung des Wassergehaltes werden 5 bis 10g Butter bis zum constanten Gewicht im Wasserbade getrocknet.

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Als fremde Zusätze zur Butter werden als beobachtet angeführt: Kreide, Gyps, Zinkoxyd, Stärkemehl und Schwerspath. Bei der Behandlung der Butter mit kochendem Wasser bleiben dieselben in der wässerigen Flüssigkeit. Vorzuziehen ist die Lösung der Butter in Aether, wobei die genannten Zusätze, wie auch der meist nur in geringen Mengen vorhandene Käsestoff (0,2 bis 0,5 Proc.) zurückbleiben.

Das Butterfett ist noch wenig gekannt. Specifisches Gewicht und Schmelzpunkt geben nur wenig brauchbare Anhaltspunkte; auch über die Löslichkeit der Butter in Aether sind die Ansichten noch getheilt. Besser ist schon das Verseisen des Fettes und die Schmelzpunktbestimmung der abgeschiedenen Fettsäuren.

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