Titel: Hanfseiltransmission für eine Weberei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 2 (S. 207)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi02_2

Hanfseiltransmission für eine Weberei.

In der Weberei von J. H. Smith, Broadlane-Mills zu Bradford (England) ist seit einigen Monaten eine interessante Anwendung der Hanfseiltransmission in Betrieb, welche es ermöglicht, die 13 Transmissionswellen eines großen Webereisaales mit Sheddach für 336 Webstühle direct von der Maschine, ohne Verwendung einer Haupttransmission mit Kegelrädern, anzutreiben. Zu diesem Zwecke zieht sich längs des Webereisaales, etwa 1m breit, ein allseitig abgeschlossener gemauerter Gang hin, in welchen sowohl das gerillte Schwungrad der Maschine, als die 13 Antriebsscheiben der Transmissionsstränge, zu deren Achsen die Schwungradwelle parallel gelegt ist, hineinragen. Die Antriebsscheiben haben abwechselnd eine oder zwei Rillen, das Schwungrad deren sieben, von welchen aus sieben zweirillige Transmissionsscheiben durch Hanfseile angetrieben werden, die nach rechts und links in den Transmissionsgang auslaufen. Von diesen direct angetriebenen Scheiben geht sodann die Bewegung auf die sechs übrigbleibenden einrilligen Transmissionsscheiben über mittels der über die zweiten Rillen der Antriebsscheiben gelegten Hanfseile.

Die Anlage hat sich, wie bis jetzt alle Hanfseiltransmissionen, sowohl bei der Herstellung als eine Ersparung, sowie im Betriebe als Erleichterung erwiesen; die Details der Rillenform (mit 40° Steigungswinkel), des Spleißens der Seile u.s.f. sind die üblichen (vgl. *1876 221 411).

Die Antriebsmaschine hat einen Hochdruckcylinder (33mm × 1042mm), hinter welchem direct der Niederdruckcylinder (610mm × 1042mm) und weiters der Luftpumpenkolben an derselben Kolbenstange angebracht sind; sie erhält Dampf von einem Lancashire-Kessel (2m,135 × 8m,540), mit zwei Rauchröhren von 838mm Durchmesser, welcher mit Green'schem Economiser versehen ist und mit 0k,9 Kohle den Dampf für eine indicirte Pferdekraft liefern soll. Das Schwungrad hat 3m,050 Durchmesser, sieben Rillen für Seile von 38mm Stärke und macht 75 Umdrehungen; die Transmissionsscheiben machen 150 und haben dem entsprechend 1m,525 Durchmesser.

Die Maschine dürste mit der vorhandenen Kesselheizfläche höchstens 150e entwickeln; es kommen somit auf je eines der 7 Antriebsseile 21e, was bei der Seilgeschwindigkeit von 12m pro Secunde einer übertragenen Kraft von 131k entspricht. Bei der großen Reibung des Seiles in den keilförmigen Rillen ist demnach die Seilspannung der straffen Hälfte höchstens mit 131 : 0,8 = 164k anzunehmen, so daß auf 1qmm des Seilquerschnittes (= 1135qmm) eine Maximalbeanspruchung von 0k,145 entfällt. (Grundriß und Ansicht dieser Anlage bringt der Engineer, Juni 1877 S. 444.)

M-M.

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