Titel: Amerikanische Schneepflüge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 1 (S. 302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi03_1

Amerikanische Schneepflüge.

Die alteuropäische Methode, den Schnee schlecht und recht von der Fahrbahn abzuheben und auf den Seiten derselben abzulagern, ist nun ein überwundener Standpunkt. Nach John Mabbs' Patent (abgebildet im Scientific American Supplement, November 1876 S. 731) stößt die Locomotive statt des Schneepfluges einen kleinen Wagen mit eigener Dampfmaschine vor sich her. Die Maschine treibt eine Luftcompressionsmaschine, die in einen unten offenen Schuh ausbläst, welcher vor dem Wagen angebracht ist und die ganze Breite der Fahrbahn einnimmt. Die Wirkung ist nun selbstverständlich; der Schuh nimmt beim Vorwärtsschieben die Schneemassen des Bahnkörpers in sich auf, die Luft schleudert dieselben in die Höhe und bläst durch ein stellbares Mundstück am Obertheile des Stiefels den Schnee nach irgend einer beliebigen Richtung in die Ferne.

Noch radicaler geht aber J. H. Pielert vor. Nach derselben Quelle stellt er einen kleinen Dampfwagen her, der vorn einen Excavator trägt und sich damit in den Schnee hineinschaufelt. Um den Excavator ist ein Gehäuse, in welchem oben, von der Dampfmaschine des Wagens getrieben, ein Ventilator sitzt, der die vom Excavator ausgeschaufelten Schneemassen ansaugt und in das Innere eines großen, fortwährend geheizten Röhrenkessels bringt, worin sie zu Wasser zerschmolzen werden!

Noch eine Frage: Könnte man nicht den Dampf dieses Kessels gleich zum Betrieb der Maschine verwenden?

M-M.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: