Titel: Ueber den Einfluß des Frostes auf die Pflanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 12 (S. 306)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi03_12

Ueber den Einfluß des Frostes auf die Pflanzen.

Nach F. A. Pagel und M. Märcker (Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins für Sachsen, 1877 S. 19) hatten Kohlpflanzen, frisch und erfroren, folgende Zusammensetzung:

Erfroren. Nicht erfroren.
Aetherextract 0,32 0,33
Asche 2,05 1,77
Stickstoffhaltige Substanz 1,61 1,64
Holzfaser 2,84 2,52
Stickstofffreie Extractstoffe 8,75 7,77
–––––– ––––––––
Trockensubstanz 15,57 14,03
Wasser 84,43 85,97
–––––– ––––––––
100,00 100,00.

Ein wesentlicher Unterschied tritt hier nicht hervor; doch war es auffallend, daß aus den erfrorenen Pflanzen leicht 68,7 Proc., aus den nicht erfrorenen unter gleichen Umständen nur 7,1 Proc. Saft ausgepreßt werden konnte, offenbar in Folge einer Desorganisirung der Gewebe. 100cc Saft enthielten dagegen:

Von gefrorenen
Pflanzen.
Von nicht gefrorenen
Pflanzen.
g g
Trockensubstanz 7,96 4,01
Asche 1,63 0,97
Traubenzucker 4,17 1,41
Dextrin (?) 0,80 0,58
Stickstoffsubstanz 0,86 0,51
Stickstofffreie Extractstoffe 0,50 0,54.

In Folge des Frostes hatte sich demnach eine bedeutende Menge Zucker gebildet. Für die Kartoffeln ist bereits von Schmidt nachgewiesen, daß beim Frieren derselben ein großer Theil des Stärkemehles in Zucker übergeführt wird. Der Nahrungswerth der Pflanzen wird demnach durch das Frieren derselben nicht beeinträchtigt.

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