Titel: Erkennung fremder Farbstoffe im Rothwein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 20 (S. 309–310)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi03_20
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Erkennung fremder Farbstoffe im Rothwein.

Wird echter Rothwein mit Aetzkalk versetzt, so entsteht nach Hilger (Archiv der Pharmacie, 1876 Bd. 209 S. 481) eine braune oder mehr schmutzig blaugraue Farbe, die allmälig auch in Braun übergeht. Seltener beobachtet man vorübergehend eine grünliche Färbung, die sehr bald wieder verschwindet. Heidelbeersaft wird durch Aetzkalk intensiv blau, dann allmälig grün, Malvenfarbstoff sofort grün, Kermesbeere gelb und Fuchsin sofort entfärbt. – Wird ein Stück Kreide mit einigen Tropfen des zu prüfenden Weines befeuchtet, so treten folgende Färbungen sehr schön auf und sind deutlich in der weißen Umgebung zu erkennen: Wein, mit Heidelbeerensaft gefärbt, gibt einen blauen, ins Violette spielenden Fleck; mit Malven ist derselbe blau oder grün; Kermesbeerensaft und Fuchsin werden nicht verändert; echter Wein nimmt eine braune oder schiefergraue Farbe an.

Zur weitern Bestätigung einer Verfälschung können die in folgender Tabelle zusammengestellten Reactionen ausgeführt werden.

Bemerkenswerth ist noch, daß junge Rothweine durch nascirenden Wasserstoff rasch, ältere Weine aber sehr langsam entfärbt werden. (Vgl. 1876 222 372. 1877 223 531.)

Textabbildung Bd. 225, S. 310
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