Titel: Ueber verbranntes Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 1 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi04_1

Ueber verbranntes Eisen.

Der immer mehr um sich greifenden Verschlechterung in der Qualität des Handelseisens widmet Bramwell im Engineer, Juni 1877 S. 414 folgendes, leider zu sehr begründetes Klagelied. „Es ist vorauszusehen, daß der Stahl das Eisen, mit Ausnahme des zu Schmiedearbeit bestimmten, sehr bald verdrängt haben wird. Nicht wenige Eisenconsumenten hoffen, daß es den Stahlfabrikanten gelinge, das Eisen gänzlich zu ersetzen, oder daß die Eisenfabrikanten eine zuverlässigere Methode ausfindig machen mögen, Schmiedeisen herzustellen, als sie in dem alten Handpuddelproceß vorliegt. Soweit unsere Kenntniß reicht, hat man früher nie solche Klagen gehört über die Schwierigkeit, Eisenwaaren von guter und zuverlässiger Qualität herzustellen, wie jetzt. Die Eisensorten jedweder Form, von 1 bis 2cm,5 Dicke bieten den meisten Grund zur Beschwerde. Unglücklicher Weise kommen die schlechten Eigenschaften nicht immer während der Verarbeitung zum Vorschein, werden aber beim Gebrauch der fertigen Waare vorzeitig entdeckt. In solchen Fällen sind häufig bedeutende Verluste und Betriebsstörungen die Folge. Der Fehler kann in der Regel nicht dem Käufer zur Last gelegt werden, indem man ihm etwa vorwirft, auf den Preis gedrückt zu haben; gewöhnlich wird beste, stets aber gute Qualität bei der Bestellung ausbedungen. Wie hoch auch die Preise sein mögen, welche vom Fabrikanten oder Händler erzielt |400| werden, die Qualität ist stets zweifelhaft; wenn auch ein großer Theil des bestellten Quantums gut gewesen sein mag, so finden sich doch stets schlechte, ja sehr schlechte Partien dazwischen. Es liegen uns Beweisstücke solchen Eisens vor Augen, dessen Fehler theils bei der Verarbeitung, theils im Verschleiß entdeckt worden sind. In beiden Fällen war das Eisen faulbrüchig, weil es verbrannt worden war. Das Rohmaterial war gut genug, aber das Eisen war durch den Puddler verdorben worden. Die Erklärung hiervon liegt in der fortschreitenden Verschlechterung der Arbeiter. Gute Puddler sind seltner denn je. Und sie nehmen noch immer ab. Wenn sie nicht durch Maschinen ersetzt werden können, so mögen die Eisenfabrikanten mit Besorgniß in die Zukunft blicken.“

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