Titel: Zur Bestimmung des Kaliums als Kaliumplatinchlorid.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 13 (S. 515–516)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi05_13

Zur Bestimmung des Kaliums als Kaliumplatinchlorid.

R. Fresenius führt in neuerer Zeit die Bestimmung des Kaliums in einer Weise aus, bei welcher das Wägen eines Filters umgangen wird, und die zugleich auf einfache Art die Reinigung des Kaliumplatinchlorids gestattet.

Man versetzt die betreffende concentrirte Lösung in einem Porzellanschälchen mit einer concentrirten reinen Platinchloridlösung im Ueberschuß, verdampft auf dem Wasserbade zur Syrupsconsistenz, übergießt den Rückstand mit 80proc. Weingeist und läßt unter häufigem Umrühren einige Zeit stehen. Die alkalische Lösung gießt man nun durch ein Papierfilter, behandelt den Rückstand in der Porzellanschale wenn erforderlich noch mehrmals mit Weingeist, bis das Kaliumplatinchlorid rein erscheint, sammelt dies auf dem Filter, wäscht es mit kleinen, wiederholt aufzuspritzenden Mengen desselben Weingeistes gut aus und trocknet schließlich das Filter in dem Trichter, um allen Weingeist zu verflüchtigen.

Ist nun die Menge des Kaliumplatinchlorids eine etwas bedeutendere, so bringt man den trocknen Inhalt des Filters vorsichtig in ein Uhrglas, legt dann das |516| Filterchen, an welchem noch kleine Antheile des Doppelsalzes hängen, wieder in den Trichter und löst diese mittels kleiner Mengen siedenden Wassers, welche man aufspritzt. Die geringe Menge der so zu erhaltenden gelben Lösung sammelt man in einer kleinen gewogenen Platinschale und verdampft sie auf dem Wasserbade zur Trockne. Man bringt alsdann die Hauptmenge des Niederschlages aus dem Uhrglase ebenfalls in die Platinschale und trocknet bei 130° bis zu constantem Gewichte.

Ist dagegen die Menge des Kaliumplatinchlorids eine nur sehr geringe, so löst man den Niederschlag in angegebener Weise ganz in siedendem Wasser, verdampft die Lösung im gewogenen Platinschälchen, trocknet bei 130° und wägt. Man darf auch im letztern Falle das Trocknen des Filters, d.h. die vollständige Verflüchtigung des Weingeistes, nicht unterlassen, weil sonst durch den in die Lösung gelangenden Weingeist eine partielle Reduction des gelösten Kaliumplatinchlorids eintreten kann.

Zur Prüfung dieses Kaliumplatinchlorids auf seine Reinheit behandelt man dasselbe mit etwas kaltem Wasser, läßt nach wiederholtem Umrühren absitzen und gießt die gelbliche Lösung in eine kleine Porzellanschale ab. Diese Behandlung wiederholt man einige Mal, um auf diese Weise die Natriumverbindungen zu lösen, während bei weitem der größte Theil des Kaliumplatinchlorids ungelöst bleibt. Ein Filtriren der Lösung ist nicht erforderlich; denn es ist gleichgiltig, ob eine geringe Menge ungelösten Kaliumplatinchlorids mit in die Porzellanschale gelangt oder nicht. Man fügt zur Lösung jetzt etwas Platinchlorid, verdampft auf dem Wasserbade, behandelt mit 80proc. Weingeist, filtrirt die kleine Menge Kaliumplatinchlorid ab, wäscht mit Weingeist aus, trocknet das Filterchen völlig, löst seinen Inhalt durch Aufspritzen geringer Mengen siedenden Wassers, läßt die Lösung in die Platinschale fließen, welche das ungelöst gebliebene Kaliumplatinchlorid enthält, verdampft im Wasserbade, trocknet bei 130° und wägt. Stimmt diese Wägung mit der ersten überein, so ist dies ein Beweis, daß das Kaliumplatinchlorid frei von Natriumverbindungen war; hat dagegen eine Gewichtsabnahme stattgefunden, so war das erst gewogene Kaliumplatinchlorid durch Natrium Verbindungen verunreinigt, und die letztere Wägung ist die richtige.

Enthält die betreffende Lösung neben Chlorkalium und Chlornatrium auch die Chloride von Calcium, Strontium, Barium und Magnesium, so erhält man nach den Versuchen von A. Souchay leicht etwas zu viel Niederschlag, nach Anwendung der erwähnten Reinigung aber befriedigende Resultate. (Nach der Zeitschrift für analytische Chemie, 1877 S. 67.)

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