Titel: Der Handel mit Kraftfuttermitteln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 19 (S. 519–520)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi05_19

Der Handel mit Kraftfuttermitteln.

J. König (Milchzeitung, 1877 S. 116) führt aus, daß die im Handel vorkommenden Kraftfuttermittel, sofern sie Abfallproducte landwirthschaftlich-technischer Fabriken sind, für Fütterungszwecke preiswürdiger sind als die Naturproducte. Da die Nährstoffe der Kleie, Oelkuchen u.s.w. ebenso verdaulich sind, als Gerste, Hafer u.s.w., so ist es zulässig, daß man zur Berechnung des Futtergeldwerthes den Nährstoffen dieser Futtermittel etwa gleichen Geldwerth beilegt und zwar

1k Proteïn 32 Pf.
1k Fett 35 „
1k stickstofffreie Extractstoffe 12 „ (bei Cerealien 20 Pf.).

Vergleicht man den hiermit berechneten Nutzungswerth dieser Futtermittel mit ihren Handelspreisen, so ergibt sich, daß die technischen Abfallproducte (wie Leinkuchen, Kleie, Reismehl etc.), sofern dieselben nicht durch Zusatz werthloser Stoffe verfälscht sind, zur Fütterung der landwirthschaftlichen Nutzthiere entschieden vortheilhafter verwendet werden, als die in den Wirthschaften selbst vorhandenen Körnerfrüchte. Es kosten nämlich zur Zeit 100k rund:

Handelspreis. Futtergeldwerth.
Weizen 24 M. 18,36 M.
Hafer 17 „ 12,69 „
Weizenkleie 11 bis 12 „ 12,36 „
Reismehl 10 bis 13 „ 12,68 „
Leinkuchen 16 bis 17 „ 16,48 „

Daß die Körnerfrüchte einen bedeutend höhern Handelspreis haben, als sie für Zwecke der Fütterung beanspruchen können, liegt daran, daß sie, gleichsam höhern Zwecken dienend, wichtige Nahrungsmittel der Menschen bilden. Aus diesem Grunde aber ist es für den Landwirth rationeller und rentabler, daß er die selbstgeernteten |520| Körnerfrüchte verkauft und dafür zur Fütterung als Kraftfuttermittel technische Abfallproducte wieder eintauscht.

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