Titel: Phosphorzinn und Phosphorbronze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 9 (S. 513–514)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi05_9
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Phosphorzinn und Phosphorbronze.

Nach einer Mittheilung des Ministerialraths v. Friese (Wochenschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1877 S. 152) liefern die Graupner Zinnwerke bei Teplitz Phosphorzinn mit 5 (Nr. 0) und 2,5 Proc. (Nr. 1) Phosphor. Diese Verbindung des Zinns mit dem Phosphor ist so beständig, daß sie beliebig umgeschmolzen werden kann, ohne Phosphor abzugeben; der Schmelzpunkt derselben ist etwa 500°.

Bei der Anwendung dieses Phosphorzinns zur Herstellung von Bronze mit 5 bis 20 Proc. Zinngehalt zeigt diese Legirung keine Saigerungserscheinungen. Außerdem hat der Phosphor auf die Bronze folgende Einflüsse:

1) Beseitigung der sämmtlichen Metalloxyde in der Bronze und dadurch Verhinderung der Bildung von Blasenräumen, größere Dichtigkeit des Gefüges und dadurch erhöhte Festigkeit.

2) Phosphor hat einen härtenden Einfluß auf Kupfer und Zinn, und es wird daher ein mit Phosphorzinn legirtes Kupfer erheblich härtere Bronze geben, als bei gleichem Gehalte an gewöhnlichem Zinn, und man kann gleichen Härtegrad der Bronze durch den halben Zusatz von Phosphorzinn erzielen, verglichen mit gewöhnlichem Zinn.

3) Der Phosphorgehalt macht die Bronze, wie es bei allen Metallen der Fall ist, dünnflüssiger und die Formen schärfer ausfüllend.

4) Der Phosphorgehalt erhöht die Widerstandsfähigkeit der Bronze sowohl gegen den Einfluß der Atmosphärilien, als auch von Säuren.

Die Bronze aus 95 Proc. Kupfer und 5 Proc. Phosphorzinn Nr. 0 ist sehr fest und zähe, die aus 90 Proc. Kupfer und 10 Proc. Phosphorzinn Nr. 1 hart, fest und sehr zähe, die aus 80 Proc. Kupfer und 20 Proc. Phosphorzinn ist stahlhart.

Das Phosphorzinn wird ferner zur Herstellung von Lagermetall verwendet.

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