Titel: Verunreinigung des Wassers durch städtische Abfallstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 13 (S. 612)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi06_13

Verunreinigung des Wassers durch städtische Abfallstoffe.

H. de Bey bespricht in seiner soeben erschienenen Schrift: „Die intermittirenden Fieber in Aachen“ (Aachen 1877) auch den Einfluß verunreinigten Wassers auf diese Krankheiten. Danach ist es festgestellt, daß sich noch in einem Theile der Häuser in Aachen nicht abfließende Latrinen befinden, durch welche die benachbarten Brunnen verunreinigt werden, und daß in Folge dessen wirklicher Typhus und typhusähnliche Krankheiten, sowie zur Zeit des Herrschens der Cholera unzweifelhafte Cholera asiatica vorgekommen ist (vgl. 1877 223 519). Für Intermittens ist ein solcher directer Einfluß noch nicht nachgewiesen, doch wird von anderer Seite das Trinken von Sumpfwasser als Gelegenheitsursache für den Ausbruch der Krankheit angesehen. In näherer Beziehung hierzu steht jedoch der Wormbach, der nach Aufnahme zahlreicher Verunreinigungen durch Latrinen- und Schmutzwasser ganz in der Nähe von Aachen einen weiten, schlammigen, durch sehr üble Ausdünstungen ausgezeichneten Teich füllte, von wo aus der Bach dann langsam durch die Thalniederung abfloß. Die an demselben liegenden Mühlen und Gehöfte waren zur Zeit, wo Intermittens in Aachen und Burtscheit herrschte, der fast unausgesetzte Sitz hartnäckiger und bösartiger Krankheitsfälle. Auch tritt der Wormbach bei starken Regengüssen auf seinem weitern Verlauf häufig aus, überschwemmt die Ufer und setzt einen den Wiesenbebauern sehr erwünschten, den zu Intermittens Veranlagten aber sehr unbequem riechenden Schlamm ab, welcher lange Jahre hindurch in diesem Gebiete die Malaria unterhalten hat, die auch gegenwärtig, nach theilweiser Ueberwölbung des Wormbaches, in den Landgemeinden der Wormufer noch keineswegs ganz ausgerottet ist.

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